Für Lichtblicke im Alltag bedürftiger Mülheimer sorgen

Auch die Band Styropur trat beim Festival Rocktober an der Alten Dreherei auf – zugunsten sozialschwacher, erkrankter und behinderter Kinder.
Auch die Band Styropur trat beim Festival Rocktober an der Alten Dreherei auf – zugunsten sozialschwacher, erkrankter und behinderter Kinder.
Foto: FUNKE Foto Services
Rolli-Rockers-Sprösslinge veranstalteten Benefiz-Rock an der Alten Dreherei hinter dem Ringlokschuppen. Profiteure sind sozialschwache Kinder.

Mülheim.. Rockiger Gesang aus einem Megafon, klassische Heavy-Metal-Töne und ordentlich Krach – das Ganze live und für einen guten Zweck. Dahinter steckt der Verein Rolli-Rockers-Sprösslinge mit „Rocktober“. An der Alten Dreherei hinter dem Ringlokschuppen spielten sechs Rockbands und verzichteten dabei auf ihre Gage. Die Gruppen Clockwork, four 2 the Bar, Geräuschnavigator, Romones, Tjildron und Styrum Pur rockten über sieben Stunden die Bühne.

Für die Musiker war es eine Selbstverständlichkeit, als Vorsitzender Bernd Nierhaus im Vorfeld um Unterstützung warb. Die Aktion geht dabei bereits ins siebte Jahr. Nach dem großen Sommerfest fand das Konzert zum ersten Mal an der neuen Location statt. Daher mussten die Bands auch nicht auf die Lautstärke achten. Die gute Sache vereinte nicht nur die Besucher und Akteure; auch die Motorradgruppe Doc Soldiers machte mit und die Mitglieder übernahmen den Sicherheitsdienst auf dem Gelände.

Da, wo die Kostenträger an finanziellen Grenzen stoßen, hilft der Verein weiter

„Wir sind ein gemeinnütziger Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, sozialschwachen, erkrankten und behinderten Kindern in unserer Region zu helfen. Die Anfragen nach Hilfe von diesen Kindern und ihren Familien hat sich in den letzten Monaten leider verdoppelt“, berichtet Bernd Nierhaus. Da, wo die Kostenträger an finanziellen Grenzen stoßen, hilft der Verein weiter – soweit dies möglich ist. Finanziert wurde einem Kind zum Beispiel ein zweiter Rollstuhl für die Freizeit. Oder eine Rampe für das Familienauto. Es gebe Bedarf an allen Ecken und Enden, sagte Nierhaus.

Angefangen hat der Rollstuhlfahrer vor sechs Jahren mit einer Spendendose in der Fußgängerzone; die Vereinsgründung erfolgte 2012. Inzwischen sind 100 Mitglieder in Mülheim, Duisburg, Essen und Oberhausen für Rolli-Rockers-Sprösslinge tätig und Nierhaus hofft, dass es noch mehr werden. „Wir helfen allen bedürftigen Kindern, egal welcher Nationalität sie angehören. Das sollte selbstverständlich sein, aber aufgrund der aktuellen Flüchtlingsdiskussion sollte man es noch mal erwähnen.“

Ein weiterer Schwerpunkt des Vereins liegt in der Arbeit für Kinder, die aus sozialen Brennpunktfamilien stammen und ohne Hilfe ein sehr eingeschränktes Leben führen müssten. Diesen Kindern hilft der Verein bei alltäglichen Bedürfnissen. Zum Beispiel, wenn es um die Anschaffung von Betten oder Schränken geht. Nicht selten fassen die ehrenamtliche Mitarbeiter auch bei praktischen Aufgaben mit an, helfen beim Streichen von Kinderzimmern. Niehaus betont, dass sich das Engagement nur auf Kinder bezieht. „Wir geben kein Geld, aber gehen zusammen mit den Familien einkaufen. So stellen wir sicher, dass nichts verpufft.“

 
 

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