Freundesverein lässt Verhandlungen platzen

Vor genau einem Jahr stellten sie sich vor, die neuen Vorstände des Freundesvereins für die Freilichtbühne (v.l. Kirsten Piduhn,  Marcus Buchholz, Wayne Graves und Dirk Biesgen). Jetzt räumen sie wieder das Feld -zumindest so weit es die Bühne betrifft, die der Verein im Namen führt..
Vor genau einem Jahr stellten sie sich vor, die neuen Vorstände des Freundesvereins für die Freilichtbühne (v.l. Kirsten Piduhn, Marcus Buchholz, Wayne Graves und Dirk Biesgen). Jetzt räumen sie wieder das Feld -zumindest so weit es die Bühne betrifft, die der Verein im Namen führt..
Foto: Christoph Wojtyczka / WAZ FotoPo
Der Verein der Freunde der Freilichtbühne wird überraschend doch nicht den Untermietvertrag mit der Regler Produktion unterzeichnen. Damit dürften die Macher der Mittwochsreihe nun alleine an der Dimbeck Regie führen

Die mühsam gefundene und unterschriftsreife Verständigung über die Zukunft der Freilichtbühne ist überraschend hinfällig geworden. Entgegen aller Anzeichen und Signale weigert sich der Verein der Freunde der Freilichtbühne Untermieter bei der Regler Produktion e.V. zu werden. Darüber wurden die Ratsfraktionen gestern Abend von der Stadtverwaltung in Kenntnis gesetzt. Der Vorsitzende des Freundesvereins, Dirk Biesgen, hatte tags zuvor formell abgesagt und das Nein seines Vorstands mit finanziellen Erwägungen und mit angeblich ungerechtfertigten Vorwürfen begründet - „vor allem durch die Presse“.

Biesgens Mail sorgte allgemein für Erstaunen. Noch am 20. November hatte es eine letzte Verhandlungsrunde zwischen dem Freundesverein und der Regler Produktion unter Beteiligung der Stadtverwaltung gegeben. Die Unterzeichnung des Untermietvertrags wurde dort „in wenigen Minuten abgehandelt“, alle Fragen zur Neuregelung der Pachtverhältnisse an der Freilichtbühne ab Januar 2014 schienen gelöst. Am 18. Dezember, gerade noch rechtzeitig, wollte und will der Rat die Konstruktion endgültig auf den Weg bringen.

Rückblende: Einvernehmlich hatte der Stadtrat im Frühjahr den Pachtvertrag über die Bühne mit dem Freundesverein gekündigt, nachdem auf der letzten Jahreshauptversammlung eine Gruppe um und aus der Produktionsfirma Quest Media die alten Vorstände ausgebootet hatte. Favorit der Politik für die Bühne war von da ab die Reger Produktion, die über Formate wie die Mittwochsreihe dem Standort mit Beharrlichkeit und Kreativität neues Leben einhaucht - ohne jede kommerzielle Absicht. Beide Gruppierungen, Freundeskreis und Regler, wurden aufgefordert, Konzepte einzureichen, wobei sich die Ideen des Vereins rasch als unzureichend herausstellten. Um Streit zu vermeiden, votierten Stadtverwaltung und Politik dafür, dass die Regler die Bühne führen, dem Verein aber Platz einräumen sollten. Deswegen der Untermietvertrag, den der Rat sogar zur Bedingung für den Mietvertrag an die Regler machte.

Das ist nun Geschichte. Der Verein, der die Bühne im Namen führt, zieht sich von exakt dieser Bühne zurück und beendet damit eine jahrzehntelange Tradition.

Tatsächlich gab es wohl im Verein selber Auseinandersetzungen über den künftigen Kurs. Eine Gruppe um den Vorsitzenden Biesgen wäre wohl bereit gewesen, den Untermietvertrag zu akzeptieren, eine Mehrheit um die maßgeblichen Personen Kirsten Piduhn (Inhaberin Quest Media) und dem kreativen Kopf vieler Musical-Produktionen Wayne Graves nicht. Sie sehen derzeit keine Chance für eine „positive Außendarstellung“ und befürchten durch den Untermietvertrag eine Halbierung der Einnahmen. Zudem, so schreibt Biesgen in seiner Absage, fehle das exklusive Verkaufsrecht für nichtalkoholische Getränke.

Das stimmt zwar nicht, weil der einvernehmliche Vertragsentwurf dieses Recht ausdrücklich festschreibt. Allzu sehr ins Detail mag jetzt aber im Rathaus keiner mehr gehen. Die Verwaltung wird für die Ratssitzung empfehlen, den Passus mit dem Untermietvertrag zu streichen und die Bühne damit allein der Regler Produktion anzuvertrauen.

Man könnte es auch so sagen: Der Spuk, der vor einem Jahr begann, wäre dann endlich zu Ende.

EURE FAVORITEN

Weitere interessante Artikel