Fremdheit und Isolation durchs Theater aufheben

Das Ruhrorter-Projekt begann 2012 als ein über mehrere Monate angelegtes, professionell geleitetes Theaterprojekt mit Geflüchteten am Theater an der Ruhr. Mittlerweile hat es sich zu einem mehrsträngigen Kunstprojekt entwickelt und erhielt überregional Aufmerksamkeit, Anerkennung und Auszeichnung.

In den vergangenen drei Jahren entstand eine Theater-Trilogie, die sich mit „Ein Stück von mir“ am Raffelberg über „Zwei Himmel“ in einer ehemaligen Asylunterkunft an der Ruhrorter Straße sowie „Die Nacht meines Anfangs“ im Ex-Frauengefängnis bis in die Innenstadt zog. Angesiedelt am Theater an der Ruhr wird das Ruhrorter-Projekt vom Kollektiv um Adem Köstereli, Wanja van Suntum, Jonas Tinius begleitet.

Mit dem neuen Jahr geht auch das Theaterprojekt in eine neue Runde. Am Wochenende gab es den ersten Workshop dazu. Und das Interesse war groß: Zehn neue Teilnehmer aus den Ländern Syrien, Afghanistan, Nigeria, Kamerun, Indien, Ägypten, Irak und Iran im Alter von 17 bis 27 Jahren kamen, ebenso zwei Teilnehmer aus dem letzten Projekt. Der inhaltliche Ansatz der Ruhrorter sei es, Geflüchtete nicht nur in der stigmatisierenden Kategorie des Flüchtlings auftreten zu lassen, in der Einzelschicksale exponiert werden, sondern als ernstzunehmende Künstler, so Köstereli. Das Ruhrorter-Team betont: „Wir fragen bewusst nicht nach Schicksalen und Geschichten oder Gründe für die Flucht, jeder kann entscheiden, was und wann er oder sie teilen möchte. Wir arbeiten mit dem neuen Projekt weiter an der Vision, Fremdheit und Isolation aufzuheben.“ Das Ziel sei, so Köstereli, Geflüchtete nicht als Randfiguren der Gesellschaft zu verstehen.

 
 

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