Französische Kartellbehörde verlangt Millionen von Brenntag

Der weltgrößte Chemiehändler Brenntag hat seinen Sitz im ehemaligen Stinnes-Hochhaus an der A 40.
Der weltgrößte Chemiehändler Brenntag hat seinen Sitz im ehemaligen Stinnes-Hochhaus an der A 40.
Foto: dpa
Die französische Kartellbehörde wirft dem Mülheimer Chemieunternehmen Brenntag vor, mit mehreren Rivalen insgeheim Preise abgesprochen zu haben. Die Behörde hat jetzt insgesamt eine Strafe in Höhe von 79 Millionen Euro verhängt. Davon muss das Mülheimer Unternehmen die größte Teilsumme zahlen: 48 Millionen Euro.

Mülheim. Die französische Kartellbehörde hat gegen den weltgrößten Chemikalienhändler Brenntag und mehrere Rivalen Geldstrafen in Millionen-Höhe verhängt.

Das Mülheimer Unternehmen muss allein rund 48 Millionen Euro zahlen, weil es gemeinsam mit anderen Firmen über Jahre hinweg in Frankreich Preise abgesprochen und den Markt aufgeteilt habe, erklärte die französische Kartellbehörde am Mittwoch. Beteiligt gewesen seien auch die Firmen Solvadis, Caldic Est und Univar. Die Verstöße gegen das französische Wettbewerbsrecht fanden von 1998 bis Mitte 2005 statt. Insgesamt verhängte die Behörde Kartellstrafen im Gesamtvolumen von 79 Millionen Euro.

Geheimtreffen in Hotels

Keine Strafe muss der Brenntag-Rivale Solvadis zahlen. Er war laut Kartellbehörde als Kronzeuge in dem Fall aufgetreten. Die zweithöchste Strafe mit 15,2 Millionen Euro nach Brenntag erhielt der Konkurrent Univar. Brenntag war der Behörde zufolge das zentrale Unternehmen in dem Kartell. Vertreter von Brenntag, Solvadis, Univar und Caldic Est seien zu Geheimtreffen in Hotels und Restaurants zusammengetroffen und hätten dort unter anderem Preise abgesprochen.

In Reaktion auf die Strafe erklärte Brenntag, der Konzern sei mit der Beurteilung des Vorgangs und der Höhe der Geldstrafe nicht einverstanden. Das Mülheimer Unternehmen erwägt rechtliche Schritte gegen die Kartellstrafe.

Brenntag Frankreich habe 2006 einen Kronzeugenantrag gestellt und in enger Zusammenarbeit mit der Kartellbehörde aktiv an der Aufklärung mitgewirkt, erklärte das Unternehmen. Nach deutschem Recht ist ein völliger Straferlass für Kronzeugen möglich.

Das Unternehmen mit Zentrale im ehemaligen Stinnes-Hochhaus in Nachbarschaft zum Rhein-Ruhr-Zentrum erzielte im vergangenen Geschäftsjahr mit fast 13.000 Mitarbeitern weltweit einen Umsatz von 9,7 Milliarden Euro. Die Tochter in Frankreich ist laut der Mitteilung mit rund vier Prozent am Umsatz beteiligt.

 
 

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