Flutwelle hinterlässt Verwüstung

Andreas Pape (l.) und Horst Chluba begutachten die heftigen Schäden an der Bogenstraße.
Andreas Pape (l.) und Horst Chluba begutachten die heftigen Schäden an der Bogenstraße.
Foto: FUNKE Foto Services
Unwetter vom Dienstag hat in der Altstadt Spuren hinterlassen. Die Bogenstraße wurde nahezu komplett zerstört. Verletzt wurde niemand

Mülheim. Das Unwetter vom Dienstag hat in der Altstadt für schwere Schäden gesorgt. Das volle Maß der Verwüstung lässt sich am eindrucksvollsten rund ums Petrikirchenhaus ablesen. Die Aufräumarbeiten dauern an.

Die Wassermassen haben die Bogenstraße nahezu komplett zerstört: Die gerade erst verlegten Natursteine wurden herausgespült, metertiefe Krater in den Boden gerissen. Die Folge: Dort, wo die Straße gewesen ist, blickt man nun auf die Stromleitungen. „Die Wucht, die das Wasser hier entwickelt hat, muss wirklich enorm gewesen sein“, sagt Andreas Pape, Abteilungsleiter Straßenbau im Amt für Verkehrswesen und Tiefbau. Neben 150 Feuerwehrleuten und 40 weiteren Helfern war auch das Tiefbauamt am Dienstag im Einsatz. Bis 23 Uhr sicherten die Kräfte vor Ort Straßen und sperrten Gefahrenstellen ab. „Zudem mussten wir den Verkehr teilweise umleiten“, berichtet Amtsleiter Horst Chluba.

Regenrückhaltebecken läuft über

Die Altstadt war durch das Unwetter am stärksten betroffen. In der Grünanlage an der Kluse konnte das 8000 m³ fassende Regenrückhaltebecken für Holthausen die Wassermassen nicht mehr halten. „Das Becken hat seine Pflicht erfüllt. Irgendwann hat die Kapazität jedoch nicht mehr gereicht. Das Wasser ist dann aus den Entlüftungsöffnungen geschossen“, erklärt Andreas Preußner, Technischer Betriebsleiter des Kanalsystems. Als Folge schoss eine circa 40 Zentimeter hohe Flutwelle über den Lohscheidt und den Hagdorn auf das Petrikirchenhaus zu. „Da ist die Hanglage der Stadt zum Verhängnis geworden“, sagt Stadtsprecher Volker Wiebels. Auf seinem Weg spülte das Wasser über 1000 Betonsteine aus dem Gehwegbett, zog Grün und kleinere Gegenstände mit sich.

30-000 Euro Soforthilfe hat die Stadt für die Beseitigung der Schäden aus dem Feuerwehrtopf bereitgestellt. „Damit können wir erst einmal die Aufräumarbeiten finanzieren“, erläutert Andreas Pape. Höchste Priorität hat dabei die Reparatur des Gehwegs am Lohscheidt, die bis Ende der kommenden Woche dauern soll. „Die Menschen sollen hier so schnell wie möglich wieder zu ihren Häusern gelangen können“, so Pape. Das finanzielle Gesamtvolumen des Schadens kann noch nicht beziffert werden. Eine positive Nachricht nach dem Unwetter: Verletzt wurde niemand. Aus den restlichen Stadtteilen wurden nur leichte Schäden gemeldet. Allerdings wurde unter anderem die Saarner Straße in Muldenlagen überschwemmt.

 
 

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