Flüchtling findet in Mülheim eine Geldbörse mit 1000 Euro

Ein gut gefülltes Portemonnaie lag frühmorgens im Bus.
Ein gut gefülltes Portemonnaie lag frühmorgens im Bus.
Foto: Svenja Hanusch (Archiv)
42-jähriger Asylbewerber war in der Bahn unterwegs und gab das Portemonnaie ab. Eigentümer hat sich bislang noch nicht beim Fundbüro gemeldet.

Mülheim.. Wer trägt in Zeiten des bargeldlosen Zahlungsverkehrs schon tausend Euro mit sich herum und hütet die Summe dann nicht wie seinen Augapfel? Ein Fahrgast, der sein außerdem mit zahlreichen Karten und Ausweispapieren gefülltes Portemonnaie in der vergangenen Woche in einem Bus verloren hatte, kann sich über einen ehrlichen Finder freuen. Solomon Messmer befand sich um 5.50 Uhr gerade auf dem Weg nach Essen, wo der 42-Jährige eine Weiterbildung als Schweißer absolviert. Er sah das Portemonnaie im Gang liegen, sprach mit dem Fahrer, für den ein solcher Fund immer viel Arbeit bedeutet, und war sich mit ihm einig, dass es besser sei, zur Polizei zu gehen.

Anspruch auf Finderlohn

Geld gebrauchen könnte der anerkannte Flüchtling aus Eritrea, der im Sprachkurs sein ­B1-Zertifikat absolviert hat, durchaus. Im Monat hat er noch nicht einmal die Hälfte des gefundenen Betrages zur Verfügung. Im Moment geht es ihm darum, seine Frau und beiden Kinder aus Eritrea nach Mülheim zu holen und den Flug zu finanzieren.

Immerhin hat Messmer Anspruch nach § 971 Anspruch auf einen Finderlohn, worauf die Polizei allerdings nicht aufmerksam gemacht hat. Fünf Prozent von 500 Euro, also 25 Euro, und drei Prozent des Restes von noch einmal 500 Euro. ­Allerdings müsste er sich die Summe mit der MVG teilen, weil er das Portemonnaie in einem Bus gefunden hat. Der Eigentümer, dem auch viele Ämtergänge erspart geblieben sind, hat sich bislang noch nicht gemeldet.

 
 

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