Mülheim

Flüchtling aus Mülheim legt Turbo-Integration hin – jetzt hat er DIESES dringende Anliegen

Die Flucht von Ahmad Kailash aus Syrien ins Ruhrgebiet

Ahmad Kailash flüchtete 2014 von Syrien nach Deutschland. Seine neue Heimat ist das Ruhrgebiet. Der Flüchtling arbeitet mittlerweile bei Lueg in Mülheim und steht kurz vor seinem Abschluss als KFZ-Mechatroniker.

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Mülheim. Mittelmeer. Hunderte Flüchtlinge auf einem Boot. Wie Vieh zusammengepfercht. Bewaffnete Schleuser. Ungewissheit. „Heute würde ich das nicht mehr machen“, sagt Ahmad Kailash (26) aus Mülheim, „aber ich hatte damals keine Wahl mehr“.

In seinem Heimatland Syrien tobte 2014 der Bürgerkrieg. Damals lebte der damals 21-Jährige schon seit drei Jahren im Libanon. Um dem Wehrdienst zu entgehen. „Ich wollte nicht kämpfen, niemanden töten“, so Ahmad Kailash. Als es auch im Nachbarland zu heiß wurde, flüchtete der Lkw-Fahrer nach Deutschland.

Fünf Jahre sind seitdem vergangen. Heute lebt der 26-Jährige im Ruhrgebiet, steht kurz vor dem Ende seiner Ausbildung bei der Lueg AG in Mülheim. Für die Zeit danach hat er einen sehnsüchtigen Wunsch.

Mülheim: Flüchtling mit Integration im Schnelldurchlauf

Sein Glück sollte Ahmad Kailash in Essen finden. Nach Aufenthalten in Notunterkünften (München, Dortmund und Arnsberg) vermittelte ihm ein Makler hier seine erste Wohnung. Für die Arbeit ist er schließlich nach Mülheim gezogen.

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Sprache lernen, Wohnung suchen, dauerhaften Aufenthaltsstatus beantragen, Praktikumsplatz finden, Ausbildung absolvieren. Das alles innerhalb von fünf Jahren. Integration im Schnelldurchlauf.

„Ich liebe Essen“

Er habe Glück gehabt, sagt Kailash, viele hilfsbereite Menschen getroffen und gezielt Kontakt zu Deutschen gesucht, um seine Sprache zu verbessern.

Davon will der Flüchtling mit mittlerweile dauerhaftem Aufenthaltsstatus etwas zurückgeben. Seit seiner Ankunft in Essen engagiert er sich ehrenamtlich im Bürgerladen im Stadtteil Horst als Integrationshelfer. Dort dolmetscht der 26-Jährige für Neuankömmlinge und hält Vorträge. „Ich liebe Essen“, sagt er mit einem Strahlen.

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Silvester in Köln mit spürbaren Folgen

„Auf einmal war die Sache in Köln und viele Menschen haben Angst gehabt.“ Der 26-Jährige spielt auf die sexuellen Übergriffe aus der Silvesternacht 2015/16 am Hauptbahnhof der Domstadt an (hier mehr dazu >>>).

Danach habe er als Syrer deutlich mehr Vorurteile und Ablehnung erlebt. Auch die neuen Kollegen bei der Arbeit seien anfangs sehr skeptisch gegenüber ihm als Flüchtling gewesen. „Jetzt gehen sie mit mir sogar in arabische Läden“, freut sich der Azubi aus Mülheim über die Entwicklung.

Azubi aus Syrien wird ausgezeichnet

Sein soziales Engagement, die schnellen Spracherfolge und seine Leistung bei der Arbeit werden belohnt. Die Handwerkskammer Düsseldorf kürt ihn im Juni 2018 zum Lehrling des Monats.

Nun steht Anfang Dezember die Gesellenprüfung an. Ist die geschafft, soll berufsbegleitend die Meisterschule folgen. Doch die größte Priorität hat etwas anderes.

„Mein Traum ist...“

„Mein Traum ist, meine Mutter nach Deutschland zu holen“, erklärt Ahmad Kailash. Sie lebe alleine in seiner Heimatstadt Idlib. Der Vater: gestorben nach einem Bombenangriff.

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Nach dem Ende seiner Ausbildung will der 26-Jährige bei der Ausländerbehörde eine Verpflichtungserklärung abgeben. Ein notwendiger Schritt, um für seine Mutter in Deutschland sorgen zu können.

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Das ist eine Verpflichtungserklärung

  • Einladung eines Ausländers zur Erteilung eines Visums in Deutschland
  • Antragsteller verpflichtet sich zur Kostenübernahme von Lebensunterhalt und Wohnraum
  • Er muss auch im Krankheitsfall und bei etwaiger Abschiebung zahlen
  • Geregelt durch die §§ 66 - 68 des Aufenthaltsgesetzes

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Er weiß, dass viele solcher Anträge scheitern, will die Hoffnung aber nicht aufgeben. „Ich habe sie seit fünf Jahren nicht gesehen.“ Nachdem er sich nie von seinem Vater Abschied nehmen konnte, wünscht sich der 26-Jährige nichts sehnlicher, als sie wiederzusehen.

 
 

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