Fläche für Ruhrbania-Gastronomie in Mülheim noch zu haben

Die Strandkörbe von Mezzomar verdecken noch den Müll-Container, der auf dem Platz am Hafenbecken abgestellt ist.
Die Strandkörbe von Mezzomar verdecken noch den Müll-Container, der auf dem Platz am Hafenbecken abgestellt ist.
Foto: Steffen Tost
336 Quadratmeter Gastronomiefläche stehen am Hafenbecken noch leer. Die Pachterwartungen von Eigentümer Kondor Wessels sind hoch und das ist nicht das einzige Problem. Ein Duisburger Immobilienmakler bemüht sich, die Fläche zeitnah an den Mann zu bringen - zur Not auch an Nicht-Gastronomen.

Mülheim.. Inzwischen stehen an der Promenade vier großformatige schwarze Sonnenschirme und mehrere Strandkörbe. Seit der Eröffnung der Gastronomie vor gut zwei Wochen, wurde hier noch eifrig gearbeitet. Die Geschäftsführer sind zufrieden und auch im Eiscafé laufen die Vorbereitungen für die Eröffnung. Aber was wird aus der dritten Fläche?

Im Fenster hinter dem Schutt-Container hängt ein Makler-Hinweis im Fenster. Zuständig ist der Duisburger Gino Manis, dem es auch recht schnell gelungen war, Mezzomar für den Standort zu verpflichten. Dies sieht auch die Wirtschaftsförderung so. Ehe er sich eingeschaltet hatte, war es mit dem Systemgastronomen nicht so recht weitergegangen. Manis war, wie er erzählt, selbst auf den Standort aufmerksam geworden. „Kaltakquise“ nennt er das. „Ich habe viele Suchanfragen von Gastronomen, deshalb laufe ich durch Städte und suche vielversprechende Standorte“, sagt er. Die Wasserlage, aber auch die Nähe zur Hochschule findet er attraktiv. So wie Mezzomar anlaufe, sieht er sich in der Einschätzung bestätigt. Er bietet die Fläche einmal komplett mit 335 Quadratmetern und geteilt mit jeweils 155 Quadratmetern an: Mietpreis laut Anfrage.

Keller schon komplett in Beschlag genommen

„Aber glauben Sie nicht, dass die Interessenten für diese Fläche Schlange stehen“, sagt er. Er habe am Mittwoch den Standort einem Gastronomen mit einem griechischen Konzept gezeigt, aber das heiße noch gar nichts. Die Fläche hat auch Probleme, wie aus der Gastro-Szene zu hören ist: Die mit drei Metern geringe Deckenhöhe, die noch durch die Belüftung weiter reduziert werde; die wegen der Feuerwehr geteilte Terrassenfläche und die damit verbundenen weiteren Wege für die Kellner, für die jeder Meter zählt, und vor allem: der fehlende Keller.

Lager- und Sozialräume sowie Toiletten müssten noch von der Gastrofläche abgeteilt werden. Scheinbar hat Mezzomar alle zur Verfügung stehenden Kellerflächen in Beschlag genommen. Da auch die Bewohner hier Flächen nutzen, scheint das Angebot für die Gastronomen nicht allzu üppig auszufallen. Makler Manis geht davon aus, dass hier das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.

Ein Zahnarzt hat Interesse

Aus der Gastro-Szene ist hören, dass Kondor Wessels hier eine Pacht von etwa 18 Euro pro Quadratmeter erwartet. Für die Nebenräume wären allerdings weniger als ein Drittel zu stemmen, meint ein erfahrener Gastronom. Selbst dann müsste der Umsatz hoch sein, damit der Betreiber Spaß daran findet. Die Pacht muss bei einer Kalkulation etwa 10 bis 15 Prozent des Umsatzes ausmachen. Demnach wären über 600.000 Euro Jahresumsatz an dem Standort möglich. Das heißt, mehr als 1500 Euro täglich. „Das ist viel, kann man aber mit einem guten Konzept schaffen“, sagt der Gastronom. Für dieses Jahr aber scheint der Zug bereits abgefahren zu sein.

Wichtig sei es aber, dass mehrere Anbieter vor Ort sind und sie gemeinsam Gäste anlocken. Ob der Eigentümer Kondor Wessels an diesen Wunsch hält? Gastronomie ist zumindest im Bebauungsplan als Nutzung nicht festgeschrieben. Sorgen bereitet, dass inzwischen ein Ortstermin mit einem Zahnarzt stattgefunden hat. Das findet auch SPD-Fraktionschef Dieter Wiechering nicht gut. „Die Gastronomie am Hafenbecken muss sich gegenseitig befruchten. So ist es politisch gewollt und ich erwarte auch, dass das so umgesetzt wird“, sagt er.

 
 

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