Feuer und Flamme für die neue Wache

Martin Krampitz
Bild: Stephan Glagla
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Foto: Stephan Glagla / WAZ FotoPool

Feuer und Flamme scheinen die Mülheimer für ihre neue Hauptfeuer- und Rettungswache zu sein. Mehr als 5000 Bürger inspizierten am Sonnabend den riesigen Gebäudekomplex in Broich...

Nicht nur, weil das Wetter so schön war und die Feuerwache nahe der Duisburger Straße eine der modernsten in ganz Deutschland ist. Sicher auch, weil das gigantische Projekt wegen seiner Ausmaße und Baukosten – rund 40 Millionen Euro – im Vorfeld für heftige Diskussionen gesorgt hatte.

Die meisten der Gäste auf dem Gelände der alten Dreherei zeigten sich beeindruckt und ließen sich überzeugen, nach dem Motto „Qualität hat ihren Preis:“ Denn die neue Feuerwache verfügt über alles, was zu einer wirksamen, modernen Brandbekämpfung notwendig ist. „Es ist ein gute Gelegenheit für uns, zu zeigen, dass das Gebäude hier nicht zu groß ist. Es ist für viele unvorstellbar, dass das alles hier vorher in der alten, kleinen, gammeligen Wache an der Aktienstraße untergebracht war,“ sagte der stellvertretende Leiter der Mülheimer Feuerwehr Werner. „Wir hatten ständig Platznot. Das waren unhaltbare Zustände.“

In der neuen Wache gruppieren sich sechs flache, grau verklinkerte Gebäude um einen großen Innenhof, auf dem gearbeitet und geübt wird. Die zweistöckigen Gebäude sind so angeordnet, dass die zuerst ausrückenden Einsatzkräfte und Fahrzeuge zentral untergebracht sind. So werden die Wege möglichst kurz gehalten.

Dabei ist das Gebäude E das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Broich. Hier hat der neue Löschzug Broich sowie eine weitere Gruppe der Jugendfeuerwehr seine neue Heimat gefunden. In einem anderen Gebäude kann die Brandbekämpfung realitätsnah geübt werden. Direkt daneben befinden sich ein kleiner Sportplatz und eine Übungsanlage für den Umgang mit Gefahrstoffen.

Die neue Wache hat fünf Zu- und Ausfahrten. Die Zu- und Ausfahrt zur Duisburger Straße erfolgt über eine Rampe. Alle Alarmausfahrten erhalten Ampelanlagen. Daher können die Feuerwehrleute beim Ausrücken auf das Martinshorn verzichten und so Rücksicht auf die Nachbarschaft nehmen.

Mit eigenen Augen konnten hunderte Mülheimer und Auswärtige bei mehreren Übungen sehen, wie fit und einsatzbereit ihre insgesamt rund 300 Feuerwehrleute sind. Zwei Löschzüge erstickten in Minutenschnelle einen typischen Zimmerbrand und retteten einen Bewohner. Die Brandbekämpfer ließen Spraydosen im Feuer explodieren und zeigten anschaulich, warum man brennendes Frittierfett niemals mit Wasser löschen sollte. Sie simulierten die Rettung eines eingeklemmten Autofahrers aus seinem Pkw oder einen Einsatz bei einem Chemieunfall, stiegen die Hakenleiter am Schlauchturm hoch oder präsentierten die aktuellste Feuerwehr-Mode.

Die Kleinen vergnügten sich inzwischen beim Kistenklettern, fuhren mit einem kleinen Feuerwehrwagen im Kreis oder nahmen eifrig an der Brandschutzerziehung teil. Fazit: Nach diesem unterhaltsamen, informativen Volksfest haben die Mülheimer ihre neue Feuerwache angenommen.