"Feines Fischhaus" an der Leineweberstraße in Mülheim schließt

Maren Winterfeld
Auf der Leineweberstraße gibt es keine leckeren Fischbrötchen mehr. Foto: Archiv/ Kerstin Bögeholz
Auf der Leineweberstraße gibt es keine leckeren Fischbrötchen mehr. Foto: Archiv/ Kerstin Bögeholz
Foto: WAZ FotoPool
Nach dreizehn Jahre gibt Sven Rasmus sein „Feines Fischhaus“ an der Leineweberstraße auf. Er macht die ständigen Innenstadt-Baustellen und die Streichung der nahe gelegenen Busstelle für das zuletzt schlecht laufende Geschäft verantwortlich.

Mülheim. Dreizehn Jahre stand Sven Rasmus in seinem „Feinen Fischhaus“ an der Leineweberstraße. Hat frischen Fisch verkauft und Mittagsgerichte angeboten. Am Samstag ging der letzte Brathering über die Verkaufstheke. Jetzt ist das Ladenlokal leergeräumt – nur der Fischgeruch erinnert noch daran, was hier bis vor kurzem verkauft wurde.

„Viele Kunden konnten nicht glauben, dass wir schließen.“ Sven Rasmus selbst war schon lange klar, dass sein Geschäft nicht mehr lange überleben würde. Schon im vergangenen Jahr konnte er die Miete kaum noch erwirtschaften, hatte Probleme, seine drei Mitarbeiter zu bezahlen. Schuld sind seiner Meinung nach jedoch nicht nur die hohen laufenden Kosten – vielmehr sei die Situation in der Innenstadt das Problem.

Viele Kunden verloren

„Die Verkehrsführung wird permanent geändert, ständig gibt es Baustellen – hier bummelt keiner mehr gemütlich durch die Straßen“, sagt er. Vor allem die Erhöhung der Parkpreise und die Verlängerung der kostenpflichtigen Parkzeiten ärgern ihn. Es sei kein Wunder, dass die Leineweberstraße immer mehr an Attraktivität verliere. „Der Todesstoß war die Stilllegung der Bushaltestelle an der Kaiserstraße“, sagt Rasmus. Die ist schon einige Jahre her. Seitdem habe er viele Kunden verloren, vor allem ältere Leute, die nur kurze Strecken zurücklegen können.

Die Kunden, die trotzdem weiter bei Rasmus ihren Lachs und ihre Feinkostsalate gekauft haben, werden vor allem die familiäre Atmosphäre vermissen, sagt Rasmus. „Wir waren ein kleiner Betrieb, haben uns für jeden Kunden Zeit genommen – das hat den Leuten gefallen.“

Neues Fischhaus lohne sich in Mülheim nicht

Er wirkt traurig, sogar verbittert. Viel habe er in den Laden investiert, umgebaut, Boden verlegt. Nun verkauft er die letzten Metallschalen an einen Party-Service. Denn an einem anderen Standort wird es kein neues „Feines Fischhaus“ geben. „In Mülheim lohnt sich das nicht“, klagt Rasmus. Der Familienvater stehe ohnehin vor dem finanziellen Aus. „Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende“, sagt Rasmus zynisch. Wie es nun weitergehen soll, daran möchte er vorerst nicht denken. Nur den Hummer von der Lichtreklame will er behalten. Als Erinnerung.