FDP ficht Mülheimer Drachenboot-Rennen an

Das Drachenboot-Festival auf der Ruhr zwischen Stadthalle und Rathaus. Foto: Andreas Koehring
Das Drachenboot-Festival auf der Ruhr zwischen Stadthalle und Rathaus. Foto: Andreas Koehring
Foto: WAZ FotoPool
Die Mülheimer FDP ficht das Ergebnis eines Drachenbootrennens vom vergangenen Wochenende an: Ihr Team fühlt sich um Platz zwei betrogen und fordert den Videobeweis. Aber der Film ist verschwunden.

Mülheim. Einen Politikstreit der ganz anderen Art gibt es nach dem Mülheimer Drachenbootrennen vom vergangenen Wochenende. Grund ist eine Millimeterentscheidung: Handgestoppte 0,4 Sekunden lagen zwischen dem zweiten Platz der Mülheimer Bürgerinitiativen (MBI) und dem dritten Platz der FDP. „Gefühlt lagen wir vorne“, meinte Peter Beitz, Fraktionsvorsitzender der Mülheimer Liberalen. Deshalb reichte die FDP Protest bei der Rennleitung ein. Ohne Erfolg. Video- und Fotobeweis waren laut Beitz nicht mehr auffindbar: „Das war eine unglückliche Situation. Ich denke, man hätte das Video aufbewahren sollen.“

Hans-Georg Hötger von der MBI war nicht gerade erfreut über das Verhalten der liberalen Politik-Kollegen. Er wirft ihnen unsportliches Verhalten vor. „Beim Drachenboot-Festival steht der Spaß im Vordergrund. Wo bleibt da der Sportsgeist, wenn die Leute schon einen Protest einlegen müssen?“, fragte Hötger.

Beim „Gelben Drachen“, dem Boot der MBI, hätte es laut Hötger selbst einen Grund zum Einspruch gegeben: „Uns ist ein Paddel weggebrochen. Da haben wir auch nicht protestiert.“ Das Festival stehe in der Tradition der Mülheimer Schifffahrtsgeschichte. „Da hat die FDP keine gute Visitenkarte abgegeben“, kritisierte Hötger.

FDP wirbt um Verständnis

Peter Beitz kann die Kritik nicht nachvollziehen. „Klar ist das Rennen eine Spaßveranstaltung. Aber wir haben doch noch einen sportlichen Ehrgeiz.“ Gefreut habe man sich über den zweiten Platz, bis es plötzlich hieß: MBI zwei, FDP drei. Gewonnen hat übrigens die SPD. Bleibt nur noch eine Frage offen: Wohin ist das Beweisvideo verschwunden...?

Etwas gelassener nahm es die Piraten-Partei. Sie wurde Letzter, freute sich aber über den geringen Abstand zum Fünften – und verspricht den Angriff im nächsten Jahr.