Fast 30 Prozent der Straßen kaputt

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Auerstraße, Körnerstraße, Leipziger Straße – überall könnten die Straßenbauer Warnhinweise aufstelle: Vorsicht defekte Fahrbahn! Auf rund 20 Straßen wird die Stadt in diesem Jahr umfangreiche Sanierungsarbeiten vornehmen. „Jede Fahrbahnfläche, die wir anfassen, ist in einem mangelhaften Zustand“, sagt Andreas Pape, Abteilungsleiter im Tiefbauamt. Von der Kategorie gibt es viele in der Stadt.

Nach den jüngsten Schätzungen müssen inzwischen 28,9 Prozent der Straßenflächen mit der Farbe Rot versehen werden, heißt: dringender Sanierungsbedarf. Doch um all das an Löchern, Rissen, Unebenheiten und sonstigen Schäden zu reparieren, müssten an die 30 Millionen Euro aufgewendet werden, sagt Amtsleiter Klaus-Dieter Kerlisch. Undenkbar. Nicht einmal die drei Millionen Euro, die das Tiefbauamt in den vergangenen Jahren für ihr Straßenbauprogramm zur Verfügung hatte, sind geblieben. Der Rat der Stadt hat auf 2,7 Millionen gekürzt und bereits angekündigt, dass es im nächsten Jahr nur noch 2,3 Millionen sein werden. Die Folgen liegen für Pape auf der Hand: „Wir können nicht einmal den Stand halten.“ Die Zahl der Straßen, die von der Warnstufe Gelb in den roten Bereich rutschen, steigt.

Wer sich die Karte von Mülheim mit dem 530 Kilometer langen Straßennetz anschaut, erkennt nur noch wenig blaue und grüne Strecken, die einen guten Straßenzustand signalisieren. Alle fünf Jahre lässt die Stadt das Netz begutachten und es bewerten. Im Mai, so Kerlisch, sollen die aktuellen Zahlen vorliegen.

An vielen Stellen konnten und können die Straßen und Gehwege immer nur geflickt werden – zwar meist recht zügig, aber eben nur provisorisch. Etwa zwei Millionen Euro stehen im Jahr noch für derartige Schnellreparaturen zur Verfügung, die verhindern sollen, dass für Verkehrsteilnehmer mögliche Gefahren entstehen.

Viele der Mülheimer Straßen, so Pape, seien inzwischen 50 oder gar 60 Jahre alt. „Dabei sagt man, dass bereits nach 25 bis 30 Jahren die Deckschicht erneuert werden müsste. Doch dafür fehlten immer die Mittel.“ So bleibt dem Tiefbauamt oft nichts anderes übrig, als neben dem Notdürftigen immer öfter ein Warnschild aufzustellen. An etlichen Straßen befinden sich auch die Gehwege mittlerweile in einem miserablen Zustand. Auch das sei ein Folge der zunehmenden Belastung durch den Pkw-Verkehr. Straßen und Gehwege, so das Tiefbauamt, wurden vor Jahrzehnten längst nicht auf ein derart hohes Verkehrsaufkommen und derart hohe Lasten ausgerichtet.

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