Experten geben Tipps für umweltschonende Unkrautvernichtung

Der Einsatz chemischer Unkrautbekämpfungsmittel.
Der Einsatz chemischer Unkrautbekämpfungsmittel.
Foto: Lars Heidrich
Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln unterliegt strengen gesetzlichen Regeln. RWW und Arbeitskreis Pflanzenschutzmittel geben umweltschonende Tipps.

Mülheim.. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln unterliegt strengen gesetzlichen Regelungen. Darauf weisen der Arbeitskreis Pflanzenschutzmittel und die RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft hin. RWW gibt Tipps, wie man „lästige Unkräuter“ los wird, ohne Wasser und Umwelt zu gefährden.

Beim Einsatz chemischer Unkrautbekämpfungsmittel (Totalherbizide) auf versiegelten Flächen kann der Wirkstoff in die Kanalisation und in ein Oberflächengewässer gelangen. Dies erschwert die Nutzung dieser Gewässer für die Trinkwassergewinnung und stellt in jedem Fall einen schädlichen Eingriff in den Naturhaushalt dar.

Geldbußen bis zu 50.000 Euro

Deshalb ist nach dem Pflanzenschutzgesetz die Anwendung auf allen Freilandflächen grundsätzlich untersagt, die nicht gärtnerisch, land- oder forstwirtschaftlich genutzt werden. Dieses Anwendungsverbot gilt auch für alle Wege und Plätze rund ums Haus. Ein Verstoß gegen dieses Verbot kann mit Geldbußen bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

Auch der Einsatz diverser „Hausmittelchen“ ist auf den Flächen zur Unkrautbekämpfung untersagt. Hierunter fallen z.B. Essigsäure, Salz, Haushaltsreiniger und dergleichen sowie Pflanzenschutzmittel, die nicht mit „biologisch abbaubar“ oder ähnlich gekennzeichnet sind. Im Interesse der Reinhaltung des Lebensmittels Wasser wird dazu aufgerufen, auf den Einsatz von Totalherbiziden zu verzichten.

Mechanische oder thermische Verfahren helfen

„Wir appellieren an die Einsicht der Bürger“, erläutert RWW-Geschäftsführer Dr. Franz-Josef Schulte. „Unser Wasser allein aus ästhetischen Gründen durch die Ausbringung von Herbiziden zu gefährden, muss von uns allen und der Umwelt teuer bezahlt werden.“

Als umweltfreundliche Alternativen bieten sich mechanische oder thermische Verfahren an: Zupfen, Fugenkratzen mit Hacke, Messer oder Spezialgerät, ein Besen und heißes Wasser, Bürstengeräte, Hochdruckreiniger, Abflämmgeräte oder Infrarot-Handgeräte.

In den Kundencentern der RWW liegt der kostenlose Flyer „Unkrautfrei ohne Reue“ aus.

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