Erste Lesebühne im Schauspielstudio

Cäcilia Tiemann
Premiere der neuen Lesebühne: Die Stammautoren Marco Jonas  Jahn und Jan Coenen waren dabei.
Premiere der neuen Lesebühne: Die Stammautoren Marco Jonas Jahn und Jan Coenen waren dabei.
Foto: WAZ FotoPool

Mülheim. Fließend wechselten die fünf Wortkünstler ihre Darbietungen im Schauspielstudio Ruhr. Sie waren am Samstag zur Premierenveranstaltung „Schreibfluss“ angetreten, die von nun an im monatlichen Wechsel mit den Poetry-Slam-Abenden „poesieaufruhr“ am Kassenberg 17 stattfindet.

Schauspielstudio-Chef Markus Hilgers hat mit dem Wunsch nach einer Belebung der Poetry-Slam-Kultur in Mülheim mit dem Team von Marco Jonas Jahn, Jan Coenen und Markim Pause offensichtlich einen guten Griff getan. Unterstützt wurden die Profis an diesem Abend durch die Kölner Autorin Katinka Buddenkotte und den Essener Singer-Songwriter Life P..

Die Künstler aus der ersten und zweiten Slammer-Generation genossen es, ihre Texte den wenigen, aber gut gelaunten Menschen vorzutragen. „Es geht um Spaß. Wir sind offensiv, humoristisch und haben einen langen Atem“, brachte es Marco Jonas Jahn aus Mönchengladbach auf den Punkt. Sie haben sich vorgenommen, dieses unterhaltsame Genre in Mülheim zu etablieren, vor den „Poetry-Slam“-Abenden Workshops zu veranstalten und die Begeisterung für das geschriebene und gesprochene Wort zu fördern.

Vielseitiger und gelungener Abend

Mit Geschichten, Anekdoten, Liedern und Gedichten aus dem Leben – mit Wortwitz, Satire und rheinischer Mundart war der Abend vielseitig und gelungen. Auch der Weihnachtszeit wurde mit dem Bericht über einen eskalierenden St. Martin-Umzug, der Geschichte eines feucht-fröhlichen Weihnachtstages und der verlustreichen Büttenrede über einen Weihnachtsmarktbesuch genüge getan.

Bei der romantischen Liebesgeschichte „Trikottausch“ von Marco Jonas Jahn ging den Zuhörern das Herz auf, der Wort- und Vortragsakrobat Jan Coenen aus Bonn begeisterte mit seiner komisch-satirischen Anthroposophie-Abrechnung. Life P.’s Lieder kamen sanft und zart daher, berichten von einsamen Seelen und nahmen böse-satirische Wendungen.

Die Quotenfrau an diesem Abend, Katinka Buddenkotte, versuchte ihre feministischem Schreibambitionen mit einer „Hemingway-App“ zu vermarkten und Markim Pause aus Viersen brillierte mit schrägen Geschichten in rheinischer Mundart.

„Wir möchten, dass die Gäste etwas von unserem Esprit und Geist mit nach Hause nehmen“, wünschte Marco Jonas Jahn. Das ist an diesem Premiere-Abend in familiärer Atmosphäre rundum gelungen.