Erst die Arbeit, dann das Vergnügen an der Freilichtbühne

Frühjahrsputz in der Freilichtbühne: Philippe Beckers (l.) und Michael Horion (r.) beim Kiesschüppen vor der kleinen Bühne, während sich
Frühjahrsputz in der Freilichtbühne: Philippe Beckers (l.) und Michael Horion (r.) beim Kiesschüppen vor der kleinen Bühne, während sich
Foto: Foto: DANIEL ELKE / FUNKE Foto S
Rund 25 ehrenamtliche Helfer der Regler-Produktion machten die Mülheimer Freilichtbühne an den letzten drei Wochenenden startklar für die 80. Saison.

Mülheim.. In der Freilichtbühne wird nicht nur gefeiert und der kulturelle Müßiggang gepflegt. Hier wird auch handfest gearbeitet. Davon konnte man sich an den vergangenen drei Wochenenden überzeugen.

25 Freunde und Förderer der Freilichtbühne legten beim Frühjahrsputz vor dem Saisonstart Hand an. Da wurde fleißig Kies geschüppt, um den Bereich zwischen Biergarten und kleiner Bühne besser begehbar zu machen. Da wurde Müll entsorgt und Unkraut gejätet. Da wurden Zäune, Tische und Sonnenschirmständer frisch gestrichen und ein neuer Geräteschuppen gebaut und mit einer Drainage versehen. Da bemühten die Heinzelmänner- und Frauen aus der Freilichtbühne Akku-Schrauber und Co., um defekte Beleuchtungen zu reparieren oder in das Bistro-Blockhaus eine neue Tür einzubauen. Und an anderer Stelle mussten Schlaglöcher verfüllt und Gehwege mit einer stabilisierenden Splittdecke überzogen werden.

Rampe an kleiner Bühne ermöglicht jetzt auch Künstlern mit Handicap den Auftritt

Besonders stolz ist der Sprecher der Regler, Hans-Uwe Koch, auf die neue von Eckhard Virnich gebaute Rampe an der kleinen Bühne, die jetzt auch Künstlern mit Handicap den großen Auftritt ermöglicht.

Nicht nur Koch greift an diesem Samstag zu Besen und Schüppe. Auch der Vormann des Mülheimer Jazzclubs, Manfred Mons, der am 1. Mai mit seinen Ruhr-River-Jazzern die Freilichbühne bespielen wird, ist zum Arbeitseinsatz gekommen. „Die jungen Leute brauchen doch etwas Hilfe aus dem Seniorenheim“, scherzt der fitte Mittsiebziger, während er zusammen mit Philippe Beckers und Michael Horion Kies schüppt.

„Meine Mutter hat mich da rein gezogen“, erklärt Philippe Beckers, warum er sich nicht nur als Besucher in der Freilichtbühne zu Hause fühlt. Während er schüppt, kümmert sich seine Mutter Susanne um das leibliche Wohl für die freiwilligen Helfer. „Die Gruppe, der Leute, die hier zusammen arbeiten und gemeinsam etwas schaffen, ist das Tolle“, sind sich Mutter und Sohn einig.

„Man arbeitet hier nicht, wie im Akkord“

„Man arbeitet hier nicht, wie im Akkord. Man unterhält sich auch miteinander oder setzt sich mal auf einen Kaffee zusammen“, beschreibt Regler-Mitglied Peter Michael Schüttler die besondere Arbeitsatmosphäre. Seit Schüttler 1971 als jugendlicher Statist an den Karl-May-Festspielen in der Freilichtbühne mitwirkte, hat ihn die grüne Kulturoase im Herzen der Stadt nicht mehr losgelassen.

„Es ist einfach toll, wenn sich hier Menschen mit ihren ganz unterschiedlichen Talenten einbringen, um diesen schönen Ort bespielen zu können“, findet Kurt Oesterwind. Der Schatzmeister der Regler kümmert sich an diesem Samstag um die Reparatur der Traverse für die Eingangsbeleuchtung der Freilichtbühne.

Chef-Regler Hans-Uwe Koch freut sich darüber, dass es dem Verein mit seinem Programm und seinen Aktivitäten für die Erneuerung der Infrastruktur gelungen ist, die Freilichtbühne wieder stärker im öffentlichen Bewusstsein zu verankern.

„Immer mehr Menschen begreifen, dass das hier ein Stück Heimat und ein Ort für alle Bürger ist, ein Ort, an dem man sich erholen oder auch etwas erleben kann und das unabhängig vom eigenen Geldbeutel“, beschreibt Koch die positive Entwicklung. Rund 40 000. Veranstaltungsbesucher haben in der letzten Saison gezeigt, dass die Regler auf dem richtigen Weg sind.

Freilichtbühne ist immer einen Besuch wert

Am 30. April startet die Freilichtbühne an der Dimbeck 2 mit dem „Frühlingsfest des Falken“, zu dem Tom Täger und seine Schule für Neue Musik dort ab 18 Uhr einladen, in ihre 80. Saison. Vom 4. Mai bis Ende September heißt es dann immer wieder mittwochs von 19 bis 22 Uhr „Umsonst und draußen.“ Außerdem wird der jetzt von Franky’s im Ruhrkristall betreute Biergarten in der Freilichtbühne von Mitte Mai bis September täglich ab 16 Uhr geöffnet sein.

Für den musikalischen Auftakt sorgt am 1. Mai die Ruhr-River-Jazzband um 15 Uhr mit einem swingenden Kurkonzert in „Bad Mülheim“ Die Mittwochsreihe beginnt dann am 4. Mai mit dem ebenfalls swingenden Auftritt der Band Boticelli Baby. Der Geburtstag der Freilichbühne wird dann am 2. und 3. September mit einem großen Fest gefeiert. Weitere Informationen zum Freilichtbühnenprogramm findet man unter www.regler-produktion.de

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