Erlebnisstadt Mülheim?

Foto: Volker Flecht

Mülheim. Wenn es nach dem Willen der Stadtplanung geht, sollen in den kommenden Jahren Millionen Fördermittel nach Mülheim fließen, um die Innenstadt auf Vordermann zu bringen. Allein neun Projekte sind ausgemacht im Handlungsfeld „Erlebnis- und Einkaufsstadt“.

In der Sitzung des Wirtschaftsausschusses am Donnerstag wird die Kölner Stadt- und Regional- planungsgesellschaft Dr. Jansen Entsprechendes präsentieren. Die Stadt hatte die Regionalplaner im Jahr 2011 für 100.000 Euro engagiert, um ein „Integriertes Innenstadtkonzept“ zu erarbeiten, das als Grundlage dienen soll im Wettbewerb mit anderen Kommunen um Städtebaufördermittel. Eigentlich sollte die Politik das Konzept schon im Frühjahr 2012 absegnen, doch nahm sie davon Abstand, da Ergebnisse der Bürgerbeteiligung zur Zukunft der Innenstadt (März 2012) noch Berücksichtigung finden sollten. Nun liegt der ausgearbeitete Konzeptentwurf vor, der auf sechs Handlungsfeldern Projekte zur Innenstadt-Entwicklung skizziert.

Kaufhof spielt wesentliche Rolle

„Erlebnis- und Einkaufsstadt: Einzelhandel stärken durch eine attraktive Erlebnisatmosphäre“ ist eines der Handlungsfelder überschrieben. Es sieht in der Innenstadt „die Notwendigkeit, das Funktionsschema des Einkaufens neu zu denken“. Eine Stärke der Mülheimer City sei künftig nicht allein durch Einzelhandel zu definieren, „vielmehr in einer Gesamtatmosphäre aus Kultur, Gastronomie, Freizeit und Einzelhandel“.

Neun Projekte sollen eben jenes befördern. Natürlich spielt der Kaufhof eine wesentliche Rolle dabei. Das Konzept will das alte „Knochenprinzip“ des Handels – auf der einen Seite das Forum, auf der anderen Seite ein Kaufhaus – aufbrechen, der Kaufhof soll nicht im Weg stehen zu Ruhrbania, dem neuen Freizeit-Pol, der Magnetwirkung entwickeln soll. Mindestens durchlässig soll der Kaufhof werden, fordert das Konzept. Es rechnet gar den Abriss vor, sollte die Reanimation des Gebäudes nicht gelingen.

Idee einer "Netzstadt"

[kein Linktext vorhanden] 180.000 Euro sind für einen Abriss kalkuliert, auch dieser könne möglicherweise durch Städtebaufördermittel unterstützt werden. Dem potenziellen Investor Rosco, der bis Ende März über ein Engagement am Kaufhof entscheiden muss, schreibt das Konzept ins Aufgabenheft: „Aufgrund der prominenten Lage sind zwingend neue Perspektiven für den Standort zu entwickeln, die über ein klassisches Nachnutzungskonzept im Bestand hinausgehen.“

Insgesamt greift das Konzept die in der Charrette-Woche mit Bürgern entwickelte Idee einer „Netzstadt“ auf. So wird den Nebenlagen eine besondere Bedeutung zugemessen. So hofft die Stadt auf Fördermittel für einen freiraumplanerischen Wettbewerb, der neben der Reaktivierung des Rathausmarktes als „gute Stube“ für Markt und Veranstaltungen die Attraktivierung der Plätze an der Dröppelminna und im Dreieck Wallstraße/Kohlenkamp/Löhberg, des Areals rund um den Kaiserplatz und die Leineweberstraße (samt Anbindung zum Kirchenhügel) in den Blick nimmt.

"Stadtumbau West"

Dabei, so wird mehrfach betont, soll die Bürgerbeteiligung weiterhin hohe Priorität haben.

 
 

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