"Erikas Braterei" ist die kultigste Pommesbude in Mülheim

Erika Langer (links) und  Stefanie Schölich in der Pommesbude. Foto: Roy Glisson
Erika Langer (links) und Stefanie Schölich in der Pommesbude. Foto: Roy Glisson
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Angefangen hat das mit dem Bratwurst-Business in einem umgebauten Wohnwagen. Vor 41 Jahren stand Erika Langer dort zum ersten Mal am Grill. Das war der Beginn der bliebtesten Pommesbude in Mülheim: "Erikas Braterei".

Mülheim. Angefangen hat das mit dem Bratwurst-Business in einem umgebauten Wohnwagen. Vor 41 Jahren stand Erika Langer dort zum ersten Mal am Grill, wollte ausprobieren, wie das Geschäft auf dem Hof eines Mülheimer Pommesherstellers läuft. Dass sie damit den Grundstein zur beliebtesten Pommesbude der Stadt legen würde, ahnte die junge Unternehmerin damals noch nicht.

Noch heute frittiert die 71-Jährige in ihrem Lokal „Erikas Braterei“ an der Aktienstraße 30 Herzhaftes für ihre Kunden. Die schätzen den hausgemachten Nudelsalat, die üppigen Portionen und vor allem: Erikas herzliche Art.

Pünktlich ab 17 Uhr wird in Erikas Braterei angebrutzelt – täglich bis 23 Uhr. An starken Tagen stehen die Kunden Schlange bis draußen. Rund 60 Kilogramm Pommes reichen die drei Damen vom Grill in dieser Zeit über die Ladentheke, an den Wochenenden sogar bis zu 100 Kilo. „Pommes Spezial ist der Klassiker, das bestellen die meisten Leute“, verrät Erika Langer, die von ihren Kunden meist beim Vornamen genannt wird. An der Ketchupspritze wird sie von sechs Mitarbeiterinnen unterstützt. Sie verkaufen, braten Würstchen und packen Pommespakete.

"Kultigste Pommesbude der Stadt"

Viele Stammkunden hat Erika Langer für sich und ihr schnelles Essen gewinnen können, hat sich den Ruf der „kultigsten Pommesbude der Stadt“ erarbeitet. Und es vor zwei Jahren sogar in den „Pommesführer Ruhr“ geschafft. In dieser Frittenreise durchs Revier werden die 50 besten Buden verglichen und bewertet. Das hat ihr zusätzlich Kundschaft eingebracht: „Viele kommen mit dem Buch in der Hand von weit her zu uns“, sagt Erika. Und lacht: „Einige wollen sogar Autogramme haben.“

In den vergangenen 41 Jahren hat sich auf der Speisekarte nicht viel verändert. „Pommes gab es immer“, sagt Erika. Hinzu kamen nur Gerichte wie Gyros- oder Schnitzelteller, die Curryfrikadelle oder der Mini-Döner. Wobei die Größeneinheit „Mini“ bei Erika relativ ist. „Wir kommen vor allem wegen der großen Portionen“, sagen Sandra und Navid, die sich gerade einen Teller Pommes mit Mayo teilen.

Große Portionen, kleine Preise

„Große Portionen, kleine Preise, das zieht“, meinen die Beiden. Das findet auch Stammkundin Anneliese, die seit fast 40 Jahren zweimal in der Woche bei Erika speist. „Pommes mit Jägersoße und Krautsalat.“ Dabei ziehen sie nicht nur die Pommes immer wieder hier hin. „Die Damen sind freundlich, hilfsbereit und haben immer ein offenes Ohr“, sagt Anneliese. Viele andere Pommesbuden habe sie schon getestet, doch immer wieder lande sie bei Erika – hier sei es eben persönlicher. Ohnehin ist Erika oft mehr Seelsorgerin als Verkäuferin. „Man bekommt viel erzählt, hört von Problemen, Sorgen“, sagt die quirlige kleine Frau. „Auch Klatsch und Tratsch“, ergänzt Mitarbeiterin Stefanie Schölich. „Wir wissen immer, was in der Stadt los ist.“

„Eine Pommes-Spezial zum Mitnehmen“, bestellt Stammkunde „Schiko“. Er möchte nur seinen Spitznamen verraten, plaudert aber gerne über seine liebste Frittenbude. „Bei Erika und ihrer Schwester gibt’s immer was zu erzählen“, meint er. „Und die Portionen sind ja wohl konkurrenzlos.“ Selbst als Vegetarier könne man hier gut essen, „meistens einmal in der Woche.“ Doch was zeichnet ihre Pommes aus? „Sie müssen knackig sein und in bestem Fett frittiert werden“, weiß Erika. „Wenn sie beim Schütteln rappeln, sind sie perfekt.“ Die Leidenschaft zur Pommes hat sie also auch nach 41 Jahren am Grill nicht verloren. Ein- bis zweimal pro Woch e gönnt sich Erika dann auch selbst mal eine Schale Fritten. „Solange man in Maßen isst, sind Pommes ja nicht ungesund.“

 
 

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