Einfach oder luxuriös?

Gegensätze bestimmen den vierten und letzten Teil der Reihe, in der wir die Teilnehmer des BDA-Wettbewerbs Gute Bauten präsentieren, deren Preisträger in einer öffentlichen Veranstaltung heute um 19.30 Uhr in der Alten Dreherei bekanntgegeben werden. Die fünfköpfige Jury unter Leitung des Bochumer Architekten Dirk Godau hat nach vierstündiger Sitzung ihr Votum bereits am 6. Februar getroffen. Eine Ausstellung mit den Fotos der am Wettbewerb teilnehmenden Gebäude sind in der Halle noch bis zum 14. März (samstags sowie dienstags bis donnerstags von 10 bis 14 Uhr) zu sehen.

Nun also eine repräsentative Villa und eine Schule. Der Raum wird gemeinhin als dritter Pädagoge bezeichnet, denn gutes Bauen ist nicht nur angenehm fürs Auge, sondern kann auch maßgeblich das Lernen beeinflussen. Adieu Tristesse könnte man bei den farblichen Akzenten, die Architekt Peter Schnatmann bei der Erweiterung der Gemeinschaftsgrundschule Filchnerstraße gesetzt hat, sagen. Beobachter ließen sich dadurch schon dazu hinreißen, von Mülheims schönster Schule zu sprechen. Bei Erweiterungsbauten muss auch immer das Gesamtensemble im Blick behalten werden. „Die Fassaden des Neubaus sind modern, dem heutigen Zeitgeist gemäß gestaltet und nehmen dadurch dem vorhandenen Klinkergebäude nichts an Eigenständigkeit“, schreibt der Planer dazu. Untergebracht im zweigeschossigen Anbau sind neben dem Speiseraum auch Gruppen- und Klassenräume, um einen Ganztagesbetrieb zu ermöglichen. Im eingeschossigen Verbindungstrakt sind Toiletten untergebracht. Bei öffentlichen Gebäuden geht es auch immer um Funktionalität, niedrige Kosten und kurze Bauzeiten. Das für Immobilien zuständige Amt drängt daher auf eine modulare Bauweise. Diese Bauweise aus vorgefertigten Teilen ist aber dem Resultat nicht mehr anzusehen, was nicht nur den Architekten zufrieden stellt.

Eine Villa war für das Bürgertum im Kaiserreich bereits ein Statussymbol. Die Prinzenhöhe, wo auch das von Ansgar Huster für die Immobiliengesellschaft Markus Pionke realisierte Gebäude steht, gehört zu den besten Wohnlagen, wo renommierte Familien in exklusiver Nachbarschaft residieren. Huster, der auch das Haus Neidhart am Steinknappen entwarf, sucht hier die Anlehnung an klassische Villen wie Haus Urge und Villa Hanau an der Friedrichstraße. Die Säulen, der großzügige Eingang, die Empore – alles ist auf Repräsentation angelegt. Im krassen Kontrast zu dieser einladenden Offenheit steht der vergitterte Eingang. Der Baukörper, für den eine weiße Putzfassade gewählt wurde, ist klar gestaffelt und strukturiert, so dass das Haus, das vier großzügige Eigentumswohnungen beherbergt nicht zu klotzig wirkt. An einer Seite setzt ein runder Erker einen Akzent. Die abgestuften Gesimse betonen die Horizontale und strecken das Gebäude optisch in die Breite. Die Rückseite ist terrassiert und bietet viel Platz, um die Sonne zu genießen. Im Innern sorgen Deckenhöhen von 2,70 Meter und raumhohe Türen für ein „herrschaftliches Lebensgefühl“. Die Autos verschwinden offenbar recht unauffällig in einer Tiefgarage. Exklusives Wohnen ist heute auch mit einer technischen Steuerung durchs Smartphone verbunden, die alle Annehmlichkeiten ermöglicht

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