Eine Kooperation als Chance zur Stärkung

Wie es mit der Volkshochschule weitergeht, ist gleich in dreierlei Hinsicht noch offen und muss nach der Sommerpause möglichst zügig geklärt werden. Dabei hängen auch alle Punkte miteinander zusammen. Es geht um den Standort, die Leitung und die interkommunale Zusammenarbeit, die ausgelotet werden soll. Durch die Bewerbung beim Wettbewerb um den zukünftigen Standort der Sparkassenakademie mit dem VHS-Grundstück erhöht sich möglicherweise noch der Handlungsdruck.

Der Bau an der Bergstraße ist stark sanierungsbedürftig. Schadstoffe wie PCB oder Asbest müssen dort zwar nicht beseitigt werden, aber die Investitionen in den Brandschutz sind erheblich. Schon vor ein paar Jahren wurde das Investitionsvolumen des erst 1979 eingeweihten Gebäudes auf sechs Millionen geschätzt. Dezernent Ulrich Ernst geht davon aus, dass die Summe inzwischen deutlich höher ist. Der konkrete Bedarf werde gerade ermittelt. Damit ist das Architekturbüro von Martin Hütténes beschäftigt, der deshalb auch zur Erarbeitung eines Wettbewerbsbeitrages für die Akademie verpflichtet wurde. Einen zunächst angestrebten Umbau verwarf der Architekt allerdings schnell, weil das Gebäude wenig funktional sei und zu verschwenderisch mit Freiflächen umgehe, Eingriffe in die Raumstruktur aber kaum möglich seien.

Noch in diesem Jahr soll die Politik auch auf der Basis der ermittelten Zahlen entscheiden, ob das Gebäude abgerissen oder instandgesetzt wird.

Bis zum Herbst will Ernst auch Klarheit darüber, ob in Essen und Oberhausen der politische Wille besteht, eine gemeinsame Lösung zeitnah anzustreben. Aus dem Wahlkampf habe man dieses sensible Thema, mit dem sich leicht Stimmung machen lasse, heraushalten wollen. Personell sind die Vorzeichen günstig, in Mülheim ist die Leitungsposition seit zwei Jahren vakant, in Essen gibt es eine kommissarische Leitung und in Oberhausen ist auch noch nicht alles festgezurrt. Die Kooperation sieht Ernst nicht als Rückschritt oder als Sparkonzept, sondern als Chance für etwas Wegweisendes. Gemeinsam könnte man die Stelle attraktiv ausstatten, um jemanden zu bekommen, der konzeptionell einen großen Wurf wagen und die Volkshochschule wieder zu ihren Wurzeln führen könnte. Die liegen in der Weiterbildung und Qualifizierung von Benachteiligten, also Migranten und Hartz-IV-Empfängern.

„Wenn dieser politische Wille im Herbst nicht erkennbar wird, werde ich einen Schlussstrich ziehen müssen“, so Ernst. Dann müsse man eine Mülheimer Lösung verfolgen. Auch hier würde Ernst eine Dezentralisierung mit einer Zentrale in der Innenstadt als Chance sehen. „Wir müssen mit den Angeboten zu den Menschen gehen“, sagt er. Räume gäbe es in den Stadtteilen, in Styrum etwa die Willy-Brandt-Gesamtschule.

 
 

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