Eine Eselei

Nahverkehr, „Plötzlich ist die Schiene auf dem Abstellgleis“, (NRZ vom 6.7.): Angesichts Ihrer Berichterstattung frage ich mich allmählich: Ist das noch „meine Stadt“? Beinahe täglich wird eine neue Eselei durch´s Dorf getrieben. Es mangelt an Sachverstand, der Aberwitz greift weiter um sich; gipfelt in dem Vorschlag, Straßen- und U-Bahn nun gleich ganz abzuschaffen. Dabei kommt die Frage nach der Umweltverträglichkeit (Co2-Ausstoß) gar nicht vor, und es wird auch nicht bedacht, dass bei hohem Verkehrsaufkommen mehr Busse und damit auch mehr Personal eingesetzt werden muss. Mintard und Kettwig sollen bei der (direkten) ÖPNV-Verbindung eingeschränkt werden, der Bus 752 an der Stadtgrenze enden, um nur einige Beispiele zu nennen. Der Bürger soll durch massive Komforteinbußen nun die Zeche für eine falsche Nahverkehrsplanung früherer Zeiten zahlen. Wo sind die Visionen vergangener Jahre, eine Straßenbahn zur Saarner Kuppe zu bauen, die 102/110 weiter nach Oberhausen und den Busbahnhof am Hbf wieder oberirdisch zu führen? Die aktuellen Planungen klingen eher nach Rückbau und Stillstand, von Innovation keine Spur.

Ich stimme Herrn Wiechering (ausnahmsweise) zu, dass die Frage nach der Zukunft des ÖPNV von erheblicher Tragweite ist und im Rahmen eines Bürgerentscheids behandelt werden sollte. Es ist unbestritten, dass die Stadt sparen muss. Strittig ist die Frage, wo und wie. Dabei ist zu berücksichtigen, dass vor einigen Jahren noch in bestimmte Strecken, (z. B. 102 und 110) investiert wurde und eine Stilllegung derselben aus diesem Grunde einem Schildbürgerstreich gleich kommt. Vielleicht ist es eine Überlegung wert, den ÖPNV zu privatisieren und damit ggf. effizienter zu gestalten, statt ihn kaputt zu sparen. Ich wünsche mir, als langjähriger VRR/MVG-Kunde, einen attraktiven ÖPNV, auf misslungene Prestigeprojekte wie Ruhrbania kann ich getrost verzichten.

 
 

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