Ein um Fassung ringender Dramatiker-Preisträger

Es traf sich bestens, dass Ewald Palmetshofer, Autor des letzten Stückes der Theatertage den mit 15 000 Euro dotierten Dramatikerpreis für „Die Unverheiratete“ in der Inszenierung des Wiener Burgtheaters gewann (Regie und Bühne Robert Borgmann). Gespannt hatte das Ensemble die zweistündige Jury-Debatte verfolgt, dann brach der Jubel aus. Derweil saß Palmetshofer mit Kollegen in einer Pizzeria. Eilig herbeigerufen, konnte er es kaum fassen: „Das ist ja unglaublich und völlig unerwartet“, sagt Palmetshofer.

In seiner fiktionalen Geschichte hat er die Schuld einer alten Frau, die während der Nazi-Zeit einen jungen Soldaten denunzierte, mit den Nachwirkungen auf die nächsten Generationen, Tochter und Enkelin, verwoben. Die Jury-Entscheidung fiel kurz vor Mitternacht nach einer langen, intensiven Auseinandersetzung mit den sieben Wettbewerbsbeiträgen. In die Endrunde schafften es noch die Werke von Elfriede Jelinek (Die Schutzbefohlenen), Wolfram Lotz (Die lächerliche Finsternis) und Yael Ronen & Ensemble (Common Ground). Letzteres Stück über den Balkankrieg, in dem junge Schauspieler auf Recherche gehen, holte den Publikumspreis. Die Preisverleihung für Palmetshofer, Yael Ronen & Ensemble und den Kinder-Stücke-Gewinner Carsten Brandau ist am Sonntag, 28. Juni. Die sieben Wettbewerbsstücke besuchten knapp 3000 Zuschauer, die Auslastung lag bei 85 %.

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