Ehrenamtliche sind oft selbst Asylsuchende

Saarn..  „Die Leute leiden sehr unter Langeweile“, sagt Reinhard Jehles, Gründer der Gruppe WiM (Willkommen in Mülheim), die an der Solinger Straße ein Warenhaus voller Spenden betreibt. Viele Asylbewerber wollen sich dort darum nicht nur einkleiden, sondern auch nützlich machen. Von mittlerweile mehr als 50 ehrenamtlichen Helfern seien über die Hälfte selber Flüchtlinge, so Jehles.

Letzte Woche hätten sie im Warenhaus die Selbstbedienung abgeschafft. Zum einen, um leichter Ordnung halten zu können. Zum anderen, um Asylbewerbern Gelegenheit zu geben, andere persönlich zu bedienen, wobei in verschiedensten Landessprachen kommuniziert würde. „Es ist schön zu sehen, wie die Menschen dabei aufleben“, berichtet der WiM-Initiator. „Viele leben sehr isoliert, aber hier herrscht das blühende Leben.“

Deutschkurse kann aus Kapazitätsgründen nur ein kleiner Teil der Flüchtlinge besuchen, die in den Mülheimer Übergangsunterkünften leben. Nach Auskunft von Ulrike Voß-Schulz, Bereichsleiterin bei der VHS, laufen momentan vier Kurse mit insgesamt 65 Teilnehmern, ein weiterer könne im Mai beginnen. Unterrichtet wird kostenlos, in der Willy-Brandt-Gesamtschule und im evangelischen Gemeindehaus Albertstraße.

„Die Türen zu den Deutschkursen müssten für alle geöffnet werden“, meint Ingrid Just, Vorsitzende des Mülheimer Flüchtlingsrates e.V., „damit die Leute keine Zeit verlieren, sondern gleich durchstarten können, sobald sie ein Bleiberecht bekommen haben.“

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