Durchbruch beim Anwohnerparken

In den Nachbarstädten gibt es längst Regelungen zum Anwohnerparken.
In den Nachbarstädten gibt es längst Regelungen zum Anwohnerparken.
Foto: WAZ
Der Planungsausschuss beauftragte am Dienstag die Verwaltung mit einem Umsetzungskonzept für die Altstadt. Die Kirchen haben aber Bedenken. Die Probleme dürften aber zu meistern sein. 105 Anwohner haben Interesse signalisiert.

Mülheim. Nach Jahren ist das endlich der Durchbruch. Der Planungsausschuss beauftragte mit den Stimmen von SPD, MBI und FDP die Verwaltung, für die Altstadt gemeinsam mit dem Verein Pro Altstadt ein Konzept für die Umsetzung einer Anwohnerparkregelung zu erarbeiten. Warum CDU und Grüne dagegen stimmten, blieb auch Rolf Schulze von Pro Altstadt ein Rätsel. Hatten doch beide Fraktionen in der Vergangenheit schon grundsätzlich Anwohnerparken gefordert. Die Bewohner der Altstadt sind schon seit 15 Jahren an dem Thema, das nach der hartnäckigen Verweigerungshaltung der Verwaltung zunächst in der Versenkung verschwunden war, und erst wieder mit dem Leitbildprozess aktuell wurde.

Zeitnah, so heißt es in dem Beschluss, sollen Bereiche bestimmt werden, die für die Anwohner reserviert sind. 105 Anwohner hatten bei einer Abfrage durch Pro Altstadt Interesse bekundet. Das ist nur ein Drittel des möglichen Potenzials, das reserviert werden kann. Mit jeweils etwa 20 Interessierten sind Hagdorn, Oberstraße und Kettwiger Straße am begehrtesten, gefolgt vom Muhrenkamp mit 11 Interessierten.

Insgesamt 664 Stellplätze vorhanden

Der unmittelbare Kirchenhügel sei davon entgegen so mancher Befürchtung gar nicht betroffen, so Schulze. Im Areal sind insgesamt 664 Stellplätze vorhanden, von denen 469 gebührenfrei sind. Den straßenverkehrsrechtlichen Bestimmungen zufolge können tagsüber 50 Prozent und ab 18 Uhr sogar 75 Prozent der Plätze reserviert werden. Pro Stellplatz, der allerdings nicht direkt vor der Tür sein muss, ist eine Jahresgebühr von 30,70 Euro zu entrichten, die in den städtischen Haushalt fließt. Allerdings weiß die Verwaltung, dass dort mehr als 800 Bewohner einen Wagen haben. Es sei also erkennbar, dass auch private Stellplätze und Garagen mit in die Überlegungen mit einbezogen werden müssen. Planungsdezernent Peter Vermeulen kündigte gestern eine genaue Verkehrszählung an, die als Grundlage für die weiteren Planungen dienen soll.

Der erste Schritt zum Konzept ist bereits am 3. April gemacht worden. Von zwei Uhr nachts bis Mitternacht wurde mit tatkräftiger Unterstützung von Pro Altstadt die Verkehrssituation erfasst und die parkenden Fahrzeuge gezählt. 6000 Kennzeichen wurden dabei gezählt.

Großer Parkdruck

Der Parkdruck in der Altstadt ist aber auch durch die beiden Krankenhäuser und die kirchlichen Einrichtungen groß. Da weckt das Bestreben, Anwohnerparken zu zulassen, auch Befürchtungen. So sich der evangelische Kirchenkreis gestern bei dem Ausschussvorsitzendem Dieter Wiechering (SPD) gemeldet und seine Sorgen, aber auch seine konstruktive Mitarbeit angekündigt. „Es ist bedauerlich, dass wir als betroffene Anlieger von diesen Bemühungen nur aus der Zeitung erfahren haben“, heißt es in dem Schreiben.

 
 

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