Duisburger Straße wird zum Nadelöhr

Mirco Stodollick
Die Duisburger Straße zwischen Liebig- und Königstraße soll ab August umgestaltet werden.
Die Duisburger Straße zwischen Liebig- und Königstraße soll ab August umgestaltet werden.
Foto: Christoph Wojtyczka / WAZ FotoPo

Mülheim-Broich. Mit der Duisburger Straße wird eine der zwei Hauptverkehrsachsen gen Westen noch in diesem Jahr zum Nadelöhr. Die Stadt will ab August den Abschnitt vor der neuen Hochschule Ruhr West umbauen.

In der kalkulierten Bauzeit von 41 Wochen wird es großräumige Umleitungen geben. Anwohner und ansässige Gewerbetreibende werden Geduld aufbringen müssen. Versprochen ist ihnen nach Ende der Bauarbeiten zwischen Königstraße und Bahnunterführung an der Liebigstraße eine runderneuerte Straße mit Alleecharakter, ein erster Aufschlag zur Entwicklung eines hoffentlich aufblühenden Stadtquartiers.

1,7 Mio. Euro Baukosten

Bereits im Februar 2012 hatte die Politik einen Baubeschluss für das Straßenprojekt gefasst. 450 Meter Straßenraum sowie die Zufahrt zur Feuerwache, Hochschule und Alten Dreherei werden in Angriff genommen.

Es waren Baukosten in Höhe von 1,7 Mio. Euro veranschlagt, über Erschließungsbeiträgen von Eigentümern angrenzender Grundstücke sollten 550.000 Euro finanziert werden. Nicht beinhaltet sind in der Kalkulation Kosten für Gleisbau und den barrierefreien Um- und Ausbau der ÖPNV-Haltestelle Kolkmann.

Breite Radwege

Auf dem Teilstück der Duisburger Straße ist jeweils eine 3,50 Meter breite Fahrspur in jede Richtung geplant, die sich Kraftverkehr und Straßenbahn 901 teilen. Auf die separate Führung von Auto- und Straßenbahnverkehr stadtauswärts verzichtet die Stadt künftig bewusst – so gewinnt sie Platz, um auf beiden Seiten der Straße Gehwege, 1,60 Meter breite Radwege und Längsparkstreifen mit Bäumen dazwischen anzulegen.

Auch ist, aus Speldorf kommend, eine Linksabbiegespur zum geplanten Hochschul-Parkhaus und zur Feuerwache vorgesehen. An der T-Kreuzung wird es eine Ampel geben – und eine separate Spur für die Notfalleinsätze der Feuerwehr.

Ersatzparkflächen für Anlieger 

Das Amt für Verkehrswesen und Tiefbau plant fünf Bauabschnitte, beginnend im August. Alles soll fertig sein, wenn ein Jahr später der neue Campus eröffnet werden soll. Dabei soll der Straßen- dem Hochschulbau nicht in die Quere kommen.

Zudem hat laut Amt hohe Priorität, dass die Feuerwehr-Rettungsfahrten nach Speldorf und Broich während der Bauzeit sichergestellt sind. Gleichzeitig soll der ÖPNV rollen und der Individualverkehr seinen Weg zumindest eingeschränkt über die Duisburger Straßen nehmen können. Die Stadt gibt sich darüber hinaus bemüht, möglichst noch bestehende wie Ersatzparkflächen für Anlieger zur Verfügung zu stellen. Mit erheblichen Verkehrsbehinderungen ist dennoch zu rechen.

Was kommt auf Anlieger und Verkehrsteilnehmer während der Bauzeit zu? Ein Überblick.

  • Mit Beginn der Bauarbeiten im August bis voraussichtlich in den April 2014 hinein können Kraftfahrzeuge die Baustelle nur in westliche Richtung, gen Duisburg, durchfahren. Der Verkehr stadteinwärts wird bereits an der Kreuzung Duisburger/Heerstraße über die Emmericher Straße zur Konrad-Adenauer-Brücke umgeleitet.
  • Nach eineinhalb Wochen Bauzeit beginnen die Gleisbauarbeiten. Sie sollen 17 Wochen dauern. Während dieser Zeit sollen die Straßenbahnen im Wechsel jeweils nur auf einer der Gleisanlagen rollen. Dafür werden Bauweichen am Anfang und Ende der Baustelle eingerichtet. Die Haltestelle Kolkmann wird über die gesamte Bauzeit nicht angefahren.
  • Die Parkplätze auf der Südseite der Duisburger Straße stehen während der Bauzeit nur eingeschränkt oder gar nicht zur Verfügung. Im Verlauf der Bauzeit entstehen auch Parkplätze auf der Nordseite. Zudem soll ein Ersatzparkplatz mit 13 Stellplätzen die Situation entschärfen. Insgesamt soll es später 60 Stellplätze geben.
  • Zeitverzögerungen sind insbesondere ab März/April 2014 abhängig davon, wie weit der Hochschul-Rohbau ist, der direkt im Norden an den Straßenraum angrenzt.