Duisburg fährt Rekordergebnis ein

Die Mülheimer und die Duisburger Verkehrsbetriebe sind über die 901 und die gemeinsame Dachkonstruktion der Via verbunden..
Die Mülheimer und die Duisburger Verkehrsbetriebe sind über die 901 und die gemeinsame Dachkonstruktion der Via verbunden..
Foto: WAZ FotoPool
Der Blick zum Nachbarn: Mehr junge Passagiere, mehr Bus-Kunden: Die Rekordbilanz der DVG sagt auch etwas über Mülheim aus

Wenn man annimmt, dass sich Menschen in ihrem Verhalten nicht grundlegend unterscheiden, nur weil sie beispielsweise in Duisburg leben statt im benachbarten Mülheim, dann hat die Duisburger Verkehrsgesellschaft aktuell eine aufschlussreiche Bilanz gezogen. Diese: 2012 fuhren so viele Menschen in Duisburg Bus und Bahn wie noch nie, 63,1 Millionen (Zum Vergleich: in Mülheim rund 30 Millionen). Hinter diesem Rekord verbergen sich gleich zwei interessante Trends.

Der erste: Vor allem jüngere Menschen steigen um und verzichten aufs Auto. Der zweite: Es sind die Busse, die den größten Fahrgastzuwachs ausmachen. 2012 stieg die Zahl der Buskunden von 29,4 auf 30,3 Millionen. Auch in den Bahnen öffneten sich die Türen öfter, für 32,9 Millionen Nutzer (davor 32,4 Mio).

Die Bilanz hat Konsequenzen, zunächst rein finanzielle. Das Mehr an Fahrten drückt das Defizit, das die Stadtkasse auffangen muss, von 42,6 auf 41,6 Millionen Euro (Zum Vergleich: Mülheim rechnet für 2012 mit etwa 29 Millionen Miese). Noch gravierender aber ist vielleicht, dass die DVG-Spitze die Präsentation der Bilanz nutzte, um einen „Mobilitätswandel“ vorauszusagen; weg vom Auto, hin zu Bus und Bahn, mit der Betonung auf und Bahn. Auch in Duisburg, über die Via und die Linie 901 mit Mülheim verbunden, hat man die Trendwende gegen den Schienenverkehr zur Kenntnis genommen. Sehr sorgenvoll.

So hatten die Aussagen von DVG-Chef Markus Wittig keineswegs nur Duisburger Bezug: „Ein gutes Angebot funktioniert nur mit Investitionen in Infrastruktur, Fahrzeuge und nicht zuletzt die Sicherheit der Fahrgäste.“ Und obwohl Duisburg, wie Mülheim, in den kommenden Jahren Einwohner verlieren wird, richtet sich Wittig auf mehr Nahverkehrskunden ein. Dem wolle die DVG Rechnung tragen, mit neuen Bussen, 12 an der Zahl, und, „langfristig“, wie er sagte, mit neuen Bahnen. Noch müsse eine Modernisierung der Fahrzeuge reichen. Ein Thema allerdings klammerte der DVG-Chef aus; die Fördermillionen, die für die Linie 901 geflossen sind, sowohl an Mülheim - als auch nach Duisburg. Wenn Mülheim die Linie wirklich aus Kostengründen kappen sollte, würde Duisburg möglicherweise ebenfalls zur Kasse gebeten.

 
 

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