DRK in Mülheim plant Notrufgerät zum Mitnehmen

Dreieinhalb Wochen dauerte es, dann hatten die Rotkreuzler 600 Notrufgeräte mit erklärenden Aufklebern versehen, sie programmiert und installiert. „Ohne die vielen Ehrenamtlichen“, betont Bastian Nagelschmidt, „hätten wir das nie so schnell geschafft.“ Foto: Kerstin Bögeholz / WAZ FotoPool
Dreieinhalb Wochen dauerte es, dann hatten die Rotkreuzler 600 Notrufgeräte mit erklärenden Aufklebern versehen, sie programmiert und installiert. „Ohne die vielen Ehrenamtlichen“, betont Bastian Nagelschmidt, „hätten wir das nie so schnell geschafft.“ Foto: Kerstin Bögeholz / WAZ FotoPool
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Mülheim.. Hilfe per Knopfdruck: Viereinhalb mal am Tag rückt das Rote Kreuz (DRK) in Mülheim bei Hausnotrufen aus. Nun hat das DRK alle rund 600 Geräte in der Stadt erneuert. Im Februar soll zudem ein neuer, mobiler Notruf im Taschenformat verfügbar sein.

Halbe Sachen machen die Ehrenamtler des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) eigentlich nicht, wohl aber die Statistiker: Durchschnittlich viereinhalb Mal am Tag rücken Rotkreuzler aus, nachdem sie per Hausnotrufdienst alarmiert wurden.

Meist ist es nichts Lebensbedrohliches, doch alle zwei Tage – so die Statistik weiter – steht hinter einem Einsatz ein Notfall, bei dem Menschen medizinischer Versorgung bedürfen. Diese Zahlen belegen den Bedarf. Nun erneuerte das DRK die Technik, zudem startet im Februar ein mobiler Notrufdienst.

Seit 14 Jahren bietet das DRK einen Hausnotrufdienst an. Rund 600 Kunden haben aktuell ein Gerät in der Wohnung stehen, das im Notfall Kontakt zur DRK-Einsatzzentrale herstellt. Eine Taste am Gerät oder einen Knopf am tragbaren Sender zu drücken reicht, um die Retter anzurufen. Zudem muss man zweimal täglich einen Knopf am Gerät drücken; tut man das nicht, wird abermals ein Notruf abgegeben.

Viele Kunden könnten ohne den Notruf nicht mehr alleine wohnen

Sicherheit, sagt Bastian Nagelschmidt, Vorstand der DRK-Stabsstelle Zukunftsentwicklung, gibt dieser Service Senioren, und er ermöglicht es ihnen, länger in den eigenen vier Wänden zu bleiben. „Wir haben etwa 150 Kunden, die ohne den Hausnotruf nicht mehr alleine wohnen könnten.“

Nun tauschte das DRK alle Geräte aus. Technische Änderungen im Telefonnetz waren laut Nagelschmidt der Auslöser: „Früher war es optimiert, um Sprache zu übertragen. Heute wird es optimiert, um Daten zu übertragen.“ Das machte Neuerungen nötig und brachte die Verwaltung dazu, erstmals keine Geräte zu mieten, sondern zu kaufen. Die neueste Generation brachte man innerhalb von nur dreieinhalb Wochen zu den Kunden. Nagelschmidt: „Ohne den großen Einsatz von Ehrenamtlichen hätten wir das nicht so schnell geschafft.“

Das neue Gerät meldet automatisch die genaue Position des Hilfesuchenden

Die meisten Menschen, die an den Hausnotruf angeschlossen sind, sind über 70. Jüngere sind selten. Für Nagelschmidt ist das Image Schuld: „Hausnotrufdienst wird mit Alter und Krankheit gleichgesetzt.“ Wer bis 67 arbeiten muss, will eben nicht mit 68 bereits einen direkten Draht zum DRK brauchen. Dessen ist man sich an der Löhstraße durchaus bewusst. „Junge Alte“ nennt Nagelschmidt die Menschen, die nach der Rente noch voll im Leben stehen und viel unterwegs sind – und damit eben nicht in Reichweite des Hausnotrufgeräts. Und sie würden stetig mehr.

Deshalb soll ab Februar 2011 ein mobiler Notrufdienst angeboten werden: Das Notrufgerät im Handyformat soll bequem in jede Tasche passen. Im Notfall wird die Position des Hilferufenden per Knopfdruck und GPS auf einen Meter genau an die Einsatzzentrale gesendet. „Ob man dann im Wald, im Schrebergarten oder zu Hause ist, ist egal“, erklärt Bastian Nagelschmidt. Und er ist sich sicher: „Dieses Angebot korrespondiert mit unserer mobilen Gesellschaft.“

 
 

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