Drei gute Bewerbungen und der feine Unterschied

Nun wirft Mülheim also drei Bewerbungen für den Standort der Sparkassen-Akademie in den Ring: Das private Areal vom Kaufhof ist dabei, die Stadt hat mit ihren Partnern das Grundstück der VHS und das erweiterte Baufeld 4 von Ruhrbania (direkt an der Konrad-Adenauer-Straße) in den Wettbewerb eingebracht.


Alle drei Grundstücke, keine Frage, bieten die zentrale Lage, die sich die Akademie wünscht – sowohl innerhalb einer Stadt als auch innerhalb Nordrhein-Westfalens. Es sind Filetgrundstücke im Herzen Mülheims. Und doch: Es gibt den einen, feinen Unterschied. Der liegt in der Bedeutung, die die Bewerbungen für die Stadtentwicklung haben. Da hat das Konzept, das für den Kaufhof entworfen worden ist, und da hat Bau- und Planungsdezernent Peter Vermeulen Recht, zweifellos seinen besonderen Charme.


Der wuchtige Leerstand, der die komplette Innenstadt in einem Sog mit runtergerissen hat, könnte Wiederbelebung erfahren. Der Entwurf, das Gebäude zu durchtrennen, um den Durchgang von der Schloßstraße zum Hafenbecken und zur Promenade zu schaffen, ist genau das, was Mülheims Stadtplanern seit Jahren vorschwebt.


Hinzu kommt: Am Kaufhof-Standort wird das von der Akademie geforderte Hotelangebot direkt mitgeplant, an den anderen Standorten ist es lediglich als zusätzliche Option angeboten. Am Kaufhof-Standort steht auch wohl schon ein „Holiday Inn Express“ Gewehr bei Fuß. Und am Kaufhof-Standort sollen zusätzlich die beliebte Gastro-Kette Vapiano und ein Lebensmittelmarkt (Rewe?) ihre festen Absichten für eine Ansiedlung verschriftlicht haben – Nahversorgung und Gastronomie in der Innenstadt würden gewinnen. Das ist auch das, was sich viele Bürger wünschen.


Was sich viele Bürger nicht wünschen: die Ungewissheit, was aus der Volkshochschule werden soll. Die Stadt hat das Areal in der Müga zur Verwertung freigegeben, ohne dass öffentlich gesagt und hinreichend debattiert worden ist, wie es mit der VHS künftig weitergehen soll. Hier geht die Stadt den zweiten Schritt vor dem ersten. Das werden ihr viele Bürger krummnehmen. Und zwar zu Recht.

 
 

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