Diebe plündern nachts in Mülheim ganze Friedhofsfelder

Tatort Friedhof: Auch an der Zeppelinstraße gab es bereits Vandalismus.
Tatort Friedhof: Auch an der Zeppelinstraße gab es bereits Vandalismus.
Foto: NRZ
Unbekannte hatten in Mülheim-Speldorf ganze Grabfelder geplündert. Dabei entstand ein Schaden von rund 10.000 Euro. Es ist längst nicht der erste Fall von Vandalismus auf einem Mülheimer Friedhof. Dennoch ist dies einer der schwersten Fälle von Zerstöung und Diebstahl.

Mülheim. Bürger, die früh morgens auf den Friedhof kamen, entdeckten das Desaster als erste und waren geschockt. In der Nacht hatten unbekannte Täter ganze Grabfelder in Speldorf geplündert. Lampen, Vasen, Schalen, Figuren – alles hatten sie von den Gräbern genommen. Die Stadt hat Anzeige erstattet, den Schaden inzwischen mit Hilfe der Bürger beziffert: rund 10.000 Euro.

„Alle Messingteile wurden abtransportiert. Was sie nicht gebrauchen konnten, zerstörten sie an Ort und Stelle“, berichtet die Leiterin des Amtes für Grün und Friedhöfe, Sylvia Waage, und findet das Ganze nur noch traurig. Für sie handelt es sich hier um einen „besonders krassen Fall“ von Vandalismus, der sich immer wieder auf Mülheimer Friedhöfen abspielt – und nicht nur hier. „In dem Arbeitskreis Friedhöfe hören wir auch aus anderen Städten von solchen Vorkommnissen, dass Metalldiebe über die Friedhöfe ziehen.“ Sogar die Buchstaben von den Namen der Toten werden mancherorts herausgebrochen, wenn es sich um Verwertbares handelt.

75 Gräber sind beschädigt

Die Stadtverwaltung ist ratlos. Der Friedhof in Speldorf ist zwar nachts geöffnet, aber auch auf Friedhöfen, die abgeschlossen werden, komme es zu Diebstählen, sagt Sylvia Waage. Tore werden aufgebrochen oder überklettert. Anregungen wie die Friedhöfe nachts zu beleuchten oder Kameras zu installieren hält die Amtsleiterin nicht für praktikabel. „Zu große Flächen, zu unübersichtlich, und so eine Kontrolle wäre auch zu teuer.“

Auf sieben Grabfelder haben sich die Täter in Speldorf herumgetrieben, 75 Gräber sind beschädigt: „Sie müssen sich ausgekannt und die Tat geplant haben“, meint Waage. Am Uhlenhorstweg drangen sie vermutlich auf den Friedhof ein. Anlieger gibt es dort praktisch nicht. „Systematisch wurden die Felder abgesucht.“ Die Amtsleiterin geht davon aus, dass die Täter eine Schubkarre mitgebracht haben, um das Metall abzutransportieren.

Eine besondere Form von früher Prävention strebt die Stadt an: Ab dem nächsten Jahr will sie mit der MST Führungen für Kinder über Friedhöfe anbieten und dabei für die Friedhöfe an sich und die Bedeutung der Totenruhe sensibilisieren.

 
 

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