Die Tücken der Briefwahl

Dirk Klever, bei der Stadt Teamleiter Wahlen, mit einem der drei Stimmzettel der Wahl am 25. Mai.
Dirk Klever, bei der Stadt Teamleiter Wahlen, mit einem der drei Stimmzettel der Wahl am 25. Mai.
Foto: WAZ FotoPool
Da so viele Parteien und Gruppierungen bei den beiden Wahlen am 25. Mai antreten, sind die Wahlunterlagen umfangreich und unübersichtlich.

Mülheim. Das kannste knicken. Denken manche Menschen im Hinblick auf die nächsten Wahlen. Aber gerade nicht aus Politikverdrossenheit, sondern eher aus einer Art staatsbürgerlichen Übereifers heraus. Denn es gibt Menschen, die tatsächlich jetzt schon ihren Wahlzettel knicken und in den Briefumschlag stecken wollen, damit er ja rechtzeitig da ist.

So dachte sich das auch ein Klaus Möltgen. Der frühere langjährige Vorsitzende der CDU-Ratsfraktion ist kein Polit-Laie, im Gegenteil. Er befindet sich nur im Moment nicht an der Ruhr, sondern an der Isar. Und deswegen wollte er jetzt von München aus seine Stimme schon abschicken. Es gibt ja schließlich die Briefwahl. Also ließ er sich die Unterlagen schicken. Doch als er nun die verschiedenen Wahlscheine und Umschläge vor sich ausgebreitet sah, fühlte er sich doch etwas orientierungslos. Kurz: Er hätte ein Briefing gebraucht.

Geht das nicht praktischer?

Was muss jetzt wo reingesteckt werden. Muss der Umschlag zugeklebt werden oder doch gerade nicht. Und dann, als er alles fertig hatte, stellte er schließlich fest, dass die beiden Umschläge nicht in ein herkömmliches Kuvert passen, sondern er einen größeren Umschlag benötigt. Geht das nicht praktischer?

Man kann sich nämlich in der Tat leicht verzetteln: Drei unterschiedliche Stimmzettel. Und wenn vielleicht auch der Wahlkampf noch nicht an Farbe gewonnen hat, die Zettel haben jeweils unterschiedliche: grün und rosa für die Kommunal-, rot für die Europawahl.

Verwirren kann schließlich auch noch die Nummerierung auf den Stimmzetteln. Die ist nämlich nicht durchlaufend. Aber welche Partei im Wähleherzen die Nummer eins ist, hängt ja in der Tat nicht von den Zetteln, sondern eben vom Wählerherzen ab.

Wer trotzdem angesichts seiner Briefwahlunterlagen die Übersicht verliert, sollte nicht zögern nachzufragen. Informationen gibt es dazu im Netz unter www.muelheim-ruhr.de/cms/kommunalwahlen_2014.html oder auch unter 455-3032 beim Wahlamt. Knicken muss man allerdings auch dann immer noch selbst. Aber das ist ja auch gut so.

 
 

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