Die Schwachstelle auf dem Radar

Wer viel mit dem Rad in der Stadt unterwegs ist, dem fallen auch viele Defizite auf. Deshalb ist es nur konsequent, dass das Stadtradeln, das für das umweltgerechte Umsatteln vom Auto auf das Fahrrad wirbt, im Aktionszeitraum auf einem interaktiven Stadtplan im Internet auch einen Radar bereithält, auf dem diese Defizite gekennzeichnet und beschrieben werden können. Die Kritikpunkte werden von den Verwaltungsmitarbeitern zeitnah gesichtet, gewichtet und erledigt. Wobei unter erledigt nicht unbedingt eine unmittelbare Problemlösung zu verstehen ist, vielmehr, dass der Verwaltung das Defizit bekannt ist und an einer Lösung gearbeitet wird.

Akuter Gefahrenpunkt

So wird unter anderem die unbefriedigende Lösung für Fahrradfahrer entlang des Dickswalls und der Essener Straße beklagt. In einer kurzen Stellungnahme im Radar verweist die Verwaltung auf Baubeschlüsse, die die Situation für Radfahrer verbessern würden, vor etwa acht Jahren allerdings zurückgestellt worden seien, da zunächst der marode Rumbach-Kanal saniert werden müsse. Eine Großbaustelle, die wiederholt verschoben wurde. Unbefriedigend ist seit langem auch die Situation im Bereich Eppinghofer Straße, Bruchstraße und Klöttschen, der zukünftig über einen Kreisverkehr geregelt werden soll, worauf dann ebenfalls verwiesen wird.

Ein akuter Gefahrenpunkt lauert auf dem in beiden Richtungen befahrbaren Radweg an der Leineweberstraße. Erst vor ein paar Tagen wurden hier wieder lockere und kaputte Bodenplatten ausgetauscht, die der Belastung durch den Lieferverkehr nicht mehr Stand gehalten haben. Doch direkt an dem Fußgängerüberweg hat sich zwischen den Steinen ein so großer Schlitz gebildet, in den ein Reifen gut hineinpasst. Gerät ein Radfahrer dort unbedacht mit seinem Vorderradreifen rein, weil er etwa ausweichen muss oder die Lücke in der Dunkelheit nicht bemerkt, kann das zu einem gefährlichen Sturz führen. Helmut Voß vom Amt für Verkehrswesen verspricht rasche Abhilfe, grundsätzlich besser werde es dort allerdings voraussichtlich erst 2018. „Wir haben einen Wettbewerbssieger. Bis zur Umsetzung muss man sich mit Flickwerk begnügen“, sagt er.

So lobenswert ein solches Dialog-Forum ist, so schwer ist es zu finden. Man kann es eine Zumutung nennen, denn so mancher Klick führt in die Irre. Gut gemeint ist die Internetseite www.stadtradeln.de, die eine Fülle an Zahlen über die teilnehmenden Teams und Vergleichen ermöglicht. Wichtig ist es, zunächst auf der Unterseite der teilnehmenden Kommune zu landen. Und meckern darf nur derjenige, der sich auch beim Stadtradeln als Teilnehmer registriert hat.

Ein Ärgernis sind auch immer wieder Ampelschaltungen. Einer moniert die über die Friedrich-Ebert-Straße an der Delle, an der man ewig warten muss. Die an der Mühlenfeldstraße ist ebenfalls ein Ärgernis. „Besser geht es nicht, wir haben es geprüft“, versichert Voß.