Die Ich-Verwaltung

Ein Kolletiv ist stark, wenn alle einem Ziel folgen und die Aufgaben verteilt haben. Das gilt im Fußball wie in einer Stadtverwaltung. Deswegen entfalten die Vorgänge um den Dezernenten Peter Vermeulen auch so eine fatale Wirkung. Vermeulen geriert sich als Solist. Und er gefällt sich darin.

Anders war schon seine tatkräftige Schützenhilfe für Fußballspiele während der Arbeitszeit nicht zu erklären. Die spalterische Kraft einer solchen Sonderregelung, die finanziellen Folgen und die alle Klischees bedienende Außenwirkung hat er entweder nicht bedacht oder ignoriert. Gestört hat ihn der entstandene Wirbel nicht. Weder intern, noch an die Adresse jener Bürgerschaft, die ihn bezahlt und für die er arbeitet, hat er sich erklärt.

Nach demselben Muster läuft es jetzt bei der Baustellenkommunikation. Ein Beschwerdetelefon und ein paar Broschüren sollen den Steuerzahler, geschickt gestreckt, knapp 140000 Euro kosten. Weil es anders nicht geht? Sind Alternativen in der hoch verschuldeten Stadt wirklich breit erwogen worden? Das ist mehr als erklärungsbedürftig. Stattdessen informiert Vermeulen am Montag einige Händler rudimentär und verpflichtet sie zum Schweigen. Am Dienstag schweigt dafür er im Planungsausschuss und lässt nun, am Ende der Woche, erklären, die Politik habe alles beschlossen - ohne den Beschluss vorzulegen.

Seht her, heißt das: Ich mache, was ich will und wie ich es will.

Die Frage ist, wer das alles mit sich machen lässt.

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