Die Duisburger Straße wandelt ihr Gesicht

Wer auf dem Stadtweg von der Mülheimer Innenstadt nach Duisburg fahren möchte, muss entweder den Weg durch den Hafen oder über die Duisburger Straße wählen. Letztere hatte als Durchgangsstraße lange mit vielen Problemen zu kämpfen, erfuhr aber in der letzten Zeit eine deutliche Aufwertung.

Lange Zeit hatte die Duisburger Straße wahrlich keinen Schönheitspreis verdient. Das gibt auch Hans. A. Wunder, Vorsitzender der Broicher Interessengemeinschaft (BIG), zu. „Wer die Straße früher durchfahren musste, der dachte: Augen zu und durch!” Heute geht der BIG-Vorsitzende sogar so weit, die Straße mit der Note „eins“ zu bewerten. „Die Straße und der gesamte Stadtteil haben eine Aufwertung sondergleichen erfahren“, sagt Wunder.

Angefangen hat alles mit der neuen Hauptfeuerwache. Es folgte der Campus der Hochschule Ruhr-West. Statt auf das graue Gelände vom Ausbesserungswerk der Bundesbahn gucken Autofahrer und Passanten nun auf hochmoderne Gebäude.

Geschichte im Buch festgehalten

Hans A. Wunder beschäftigt sich nicht erst seit diesen Umbauten mit der Duisburger Straße. Gemeinsam mit der Hobby-Forscherin Bärbel Essers hat die BIG die rege Geschichte eigens in einem Buch festgehalten. „Duisburger Straße im Wandel der Zeit“ heißt das Werk, das für fünf Euro in der Buchhandlung „Bücherträume“ (Prinzeß-Luise-Straße 9) erhältlich ist.

„Die Duisburger Straße war früher eine alte Handelsstraße. Das haben wir heute wieder annähernd erreicht“, erklärt der Experte. Dies gilt vor allem für den Speldorfer Abschnitt, wo sich noch heute einige inhabergeführte Geschäfte angesiedelt haben. Neue Euphorie ist jüngst durch die Eröffnung der neuen Rewe-Markthalle im alten Speldorfer Depot entstanden. Viele Jahre lang war das Depot das große Speldorfer Sorgenkind. Jetzt atmet auch die Speldorfer Interessengemeinschaft (IGS) auf. „Das wurde schön gelöst, vor allem weil der alte Charme beibehalten wurde“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Horst Arnold über den Umbau zur Markthalle.

IGS pocht auf Tempo 30

Ohnehin blickt die IGS nun positiver in die Zukunft. Nach vielen langwierigen Baustellen soll der Verkehrt wieder flüssiger durch Speldorf fließen. Arnold betont dabei aber auch die Bedeutung der Parallelstraßen. „Als der Verkehr neulich nach dem Brand im Hafen über die Duisburger Straße umgeleitet werden musste, haben wir gesehen, wie wichtig die Ruhrorter Straße eigentlich für uns ist.“

Seit Jahren schon wünscht sich die Interessengemeinschaft ein Tempo-30-Limit auf der Duisburger Straße. „Es ist manchmal unfassbar, mit welcher Geschwindigkeit die Leute hier durchbrettern“, sagt Horst Arnold und ergänzt: „Es ist eben weiterhin eine Durchgangsstraße.“

Auch die Speldorfer hoffen selbstredend, dass sich die Ansiedelung der Hochschule Ruhr-West für den Stadtteil in den nächsten Jahren positiv bemerkbar machen wird. „Wir hoffen es natürlich, aber man muss erst einmal abwarten, ob die Studenten wirklich unsere Restaurants nutzen oder nicht doch sehr schnell in ihre Heimatstädte pendeln werden“, so Arnold.

Sein Broicher Kollege Hans A. Wunder ist da schon deutlich optimistischer. „Es sind mittlerweile schon einige Lokalitäten auf der Duisburger Straße vorhanden – ein Eiscafé, ein Dönerladen, eine Baguetterie oder eine Cocktailbar“, erklärt er. Zudem hofft er, dass die bereits bestehenden Kneipen von den Studenten genutzt werden. „Einige wie zum Beispiel das Pulverfass haben sich schon an die neuen Gäste angepasst. Es gibt dort jetzt freies W-Lan und an allen Plätzen Ladestationen für Smartphones“, sagt Wunder. Damit wollen die Wirte die jungen Gäste anlocken.

Der Vorsitzende der Broicher Interessengemeinschaft ist sich sicher: „Die Duisburger Straße wird den Ansprüchen der Studenten genügen.“ Es fehlt eigentlich nur noch die geplante Anbindung an den Radschnellweg. Eine Metro-Radstadion wurde in den letzten Tagen bereits unmittelbar vor dem Campus installiert.

„Es ist wieder Leben drin“

Dass sich auf der Duisburger Straße vor allem im Broicher Abschnitt in der jüngeren Vergangenheit etwas getan hat, kann Hans A. Wunder an einem einfachen Beispiel belegen. „Gehen sie mal zu einer der beiden Bahnhaltestellen Königstraße oder Hochschule Ruhr West, früher Kolkmann. Da ist plötzlich wieder richtig Leben, wo sie früher ein Einzelkämpfer waren.“

 
 

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