Die Duisburger Straße als großes Ärgernis

Engagiert wurde beim WAZ-Lesercafé im Alten Zollhaus an der Duisburger Straße diskutiert.
Engagiert wurde beim WAZ-Lesercafé im Alten Zollhaus an der Duisburger Straße diskutiert.
Foto: WAZ FotoPool

Mülheim. Die Speldorfer hängen an ihrem Stadtteil, ja, sie lieben ihn. Und sie kämen sicherlich nicht auf die Idee, woanders hinzuziehen, weil vielleicht die Lebensqualität in ihrem Viertel nachgelassen hat. Lieber prangern sie Missstände an und kämpfen vehement für Verbesserungen. Diese Eindrücke konnte man beim WAZ-Lesercafé im Mölleckens Altes Zollhaus gewinnen. Zahlreiche Speldorfer waren erschienen und diskutierten äußerst engagiert über Probleme in Speldorf.

Und von denen gibt es offensichtlich einige – die meisten davon haben sich nach Einschätzung der Speldorfer erst in den vergangenen zwei, drei Jahren so richtig verschärft. „Ich hätte es auch gerne so schön wie in Saarn“, forderte Brigitte Stollen, „wir fragen uns, warum hier im Gegensatz zu anderen Stadtteilen so vieles nicht möglich ist. Gott sei Dank bemüht sich die Interessengemeinschaft Speldorf sehr, das Straßenbild ein wenig zu verbessern, hat zum Beispiel ein paar schöne Bänke hingestellt.“

Für Radfahrer gefährlich

Die größte Kritik der WAZ-Leser entzündete sich an den Zuständen an und auf der Duisburger Straße. Hier habe sich die Situation in der jüngeren Vergangenheit erheblich verschlechtert, bemängelten viele. „Die Duisburger Straße muss verkehrsberuhigt werden“, meint Günter Müller, „denn hier und durch den Blötter Weg brettern mittlerweile ständig die Lastwagen entlang. Die kommen von der Autobahn runter, und die Navis leiten sie hier durch.

Das Verkehrsaufkommen zum Hafen ist ebenfalls stark angestiegen.“ Es sei für Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger schon recht gefährlich geworden an der Duisburger Straße, betonten mehrere Besucher des Lesercafés: „Die Belastungen durch Autos, Straßenbahn und LKW sind riesig. Und als Radfahrer hat man eigentlich schon verloren.“ Kein Wunder, dass die so genannte Verweildauer deutlich gesunken sei.

Ein weiteres Ärgernis ist für die Speldorfer die Entwicklung rund ums ehemalige Straßenbahn-Depot. Da würde zu wenig geschehen, bemängelt Wolfgang Fuchs: „Vor allem müsste da mal die potthässliche Straßenbahn weg. Ein paar Grünflächen und ein Brunnen würden die Stelle bereits wesentlich angenehmer erscheinen lassen.“

Es gibt auch schöne Seiten in Speldorf

Die oft gescholtene Stadt, die Speldorf vernachlässige, könne in solchen Fällen wenig machen, weil sie nicht die Eigentümerin sei, gab Ute Möhlig vom Speldorfer Bürger- und Kurverein zu bedenken. „Die Stadt könnte allenfalls motivierend auf die Eigentümer einwirken.“ Wenn die Lutherkirche dann optisch auch noch mehr in den Stadtteil einbezogen würde, wäre das sicherlich von Vorteil, schlug Fuchs noch vor.

Das leidige Thema FallwerkPaul Jost GmbH beschäftigt die Bürger vor Ort natürlich nach wie vor - wie im Grunde schon seit etlichen Jahrzehnten. Schwer enttäuscht sind die meisten, da sich hier noch nie etwas Entscheidendes getan habe. „Obwohl die Emissionswerte nachweislich teilweise 400 und 500 Mal höher als die zulässigen Grenzwerte sind“, war zu hören. Es sei zudem ein Unding, dass direkt neben dem Werk ein Kinderspielplatz auf verseuchtem Boden gebaut werde: „Was hat man sich eigentlich dabei gedacht?“

Doch, beteuerten die Lesercafé-Besucher, es gäbe bei allen Problemen auch schöne Seiten in Speldorf. Der Raffelbergpark, der Uhlenhorster Wald, der Fußweg um die Rennbahn herum wurden als Beispiele genannt.

Da merkte man es wieder: Die Speldorfer sind mit ganzem Herzen Speldorfer.

 
 

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