Dickswall wird zur Dauerbaustelle

Mirco Stodollick
Ein Elektroanbieter am Dickswall wirbt seit Wochen mit Baustellenrabatt.
Ein Elektroanbieter am Dickswall wirbt seit Wochen mit Baustellenrabatt.
Foto: WAZ FotoPool

Mülheim. Seit Mitte März ist der Dicks­wall, einer der Hauptverkehrsachsen zwischen Innenstadt und B 1, Großbaustelle. Das könnte – mit kurzen Unterbrechungen – für Jahre so bleiben. Nach den aktuellen Kanalbauarbeiten der Medl wollen das Tiefbau- und das Umweltamt an Ort und Stelle ans Werk gehen: Am Ende soll der Rumbach ertüchtigt sowie Verbesserungen für Radfahrer und Fußgänger erzielt sein.

Die Medl hat den Anfang gemacht, sie schafft derzeit zwischen Kämpchen- und Von-Bock-Straße Voraussetzungen für die Sanierung des Rumbachs. „Eine Gasleitung liegt im Weg“, so Geschäftsführer Gerd Bachmann. Auf 150 bis 200 Metern Länge werde sie neu verlegt.

Darüber hinaus baut die Medl auf einer Grünfläche an der Einfahrt zur Kämpchenstraße einen neuen unterirdischen Regenüberlauf. Bis zum Sommer, wenn die A 40 Flüsterasphalt bekommt, muss die Medl fertig sein, da dann in der Innenstadt mehr Verkehr erwartet wird.

Rumbach kann Niederschlagsmenge nicht aufnehmen

Der alte Regenüberlauf war dringend sanierungsbedürftig, die Bezirksregierung hatte eine Erneuerung zur Auflage gemacht. Künftig wird der Überlauf bei Starkregen nur noch Regen-, aber nicht mehr Abwasser aufnehmen. Bei Starkregen soll dies helfen, den Rumbach nicht mehr zu überfordern.

Überschwemmungen bei Starkregen, so Umweltamtsleiter Dr. Jürgen Zentgraf, habe man jüngst drei- bis viermal jährlich an der T-Kreuzung Dicks­wall/Tourainer Ring hinnehmen müssen, weil der unterirdisch geführte Rumbach die Niederschlagsmengen nicht habe aufnehmen können.

Die Stadt will deshalb möglichst noch in diesem Jahr ein 15-Millionen-Euro-Sanierungsprojekt in Angriff nehmen. Dafür soll zwischen Walkmühlenstraße und Technischem Rathaus, parallel zum bestehenden Bachlauf, auf 1,5 Kilometern Länge ein neues Kanalrohr in die Erde gebracht werden, durch das auch Fische aus der Ruhr bachaufwärts Richtung offene Gewässer im Rumbachtal schwimmen können.

Künftig soll mehr Wasser abfließen können

In einem zweiten Schritt soll der alte Rumbach ertüchtigt werden. Das alte Rohrsystem wird dabei mit Kunstharz gestärkt, damit das oberflächennahe System an Stabilität gegenüber dem Druck des Straßenverkehrs gewinnt. Insgesamt soll die Baumaßnahme die hydraulische Kapazität im Kanalsystem des Rumbachs verdoppeln. Heißt: Es wird mehr Wasser abfließen können – das soll in Zukunft Überschwemmungen vermeiden. Im weiteren Verlauf will die Stadt den Rumbach auf einer kurzen Strecke im Bereich der Einmündung zur Walkmühlenstraße wieder aus der Erde herausholen und renaturieren.

Die Planungen, so Zentgraf, seien abgeschlossen. Die Stadt warte aber noch auf den Fördermittelbescheid des Landes, der aufgrund des fehlenden Haushaltes wohl noch einige Monate auf sich warten lassen wird. „Wir erhoffen uns eine siebenstellige Summe vom Land“, sagt Zentgraf, der möglichst noch 2012 mit der Sanierung loslegen will. „Wir stehen in den Startlöchern.“

Verkehr wird beeinträchtigt

Während der Baumaßnahme entlang des Dickswalls und der Essener Straße werden laut Umweltamtsleiter größere Beeinträchtigungen für den Verkehr nicht zu verhindern sein. Man müsse größtenteils in offenen Baugruben arbeiten. Die Sanierung des Rumbachs werde zwei, drei Jahre lang dauern.

Auch im Tiefbauamt sind Pläne geschmiedet für die Ausfahrtstraße zur B 1. So sollen im Straßenraum einige Verbesserungen in Angriff genommen werden. Stadteinwärts soll der Dickswall einen Fahrrad-Schutzstreifen erhalten. In diesem Zusammenhang muss die Dreiecksinsel und der Gehweg an der Einfahrt zum Tourainer Ring umgebaut werden, um den notwendigen Platz zu schaffen.

Auch in Höhe der Oststraße will die Stadt die Situation für Radfahrer verbessern. Die Querung des Dickswalls soll mit Mittelinsel und Ampel für Fußgänger und Radfahrer erleichtert werden, damit die Weiterfahrt über die Buggenbeck gen Heißen verkehrssicher vonstatten geht. Die Arbeiten sollen, sofern möglich, parallel zur Sanierung des Rumbachs stattfinden – oder unmittelbar danach.