Der überhitzte Immobilienmarkt

Der Immobilienmarkt treibt seit einiger Zeit schon dolle Blüten. Die Zinsen auf Rekordtief, die Nachfrage nach einer Eigenheim-Altersvorsorge dementsprechend hoch. Die Preise für Immobilien schießen in den Himmel. Der Hauskauf über Makler wird nicht selten zur Versteigerung, nicht wenige Makler wiederum verteilen Bettelbriefe an die Haushalte, ob nicht möglicherweise doch noch jemand sein Häuschen zum Verkauf freigeben möchte. Kurzum: Der Markt ist überhitzt.

Kein Wunder ist vor diesem Hintergrund, dass auch in Mülheim an vielen Stellen geplant und gerechnet wird. Ob in Selbeck die Gärtnerei Rumbaum einer Neubausiedlung weichen soll, in Raadt das Areal der ehemaligen Agiplan-Zentrale für eine neue Bebauung mit Einfamilienhäusern freigeräumt wird oder ob die Verfüllung von Bergbau-Hohlräumen an der Tinkrathstraße in Heißen vielleicht doch zu einem lukrativen Vermarktungsprojekt führen kann. . .

Mülheim hat sich zuletzt mehr denn je auf die Fahnen geschrieben, attraktive Wohnstadt sein zu wollen für junge Familien, Klammer auf: mit nicht zu kleinem Geldbeutel. Sicher: Mit Familiennachwuchs die relativ überalterte Bevölkerungsstruktur aufzufrischen und über ein Mehr an Steuereinnahmen die Finanzierung der Infrastruktur abzusichern, macht für die Stadt absolut Sinn.

Nur gilt: Wilden Aktionismus bei der Ausweisung von Neubauflächen darf es nicht geben. Die Stadtplanung muss trotz der Begehrlichkeiten am Markt die Ruhe bewahren, damit Mülheims Pfund, mit dem die „attraktive Wohnstadt“ heute wuchert, auch in Zukunft Bestand hat: ausreichend Grün. Innenraumverdichtung soll ja Vorrang haben. Bei den aktuellen Vorhaben sowohl in Heißen als auch in Selbeck dürfte es wieder Debatten um möglicherweise schützenswerte Freiflächen geben. Besonnenheit ist gefragt. Der Druck am Markt darf nicht alleinige Handlungsmaxime sein.

 
 

EURE FAVORITEN