Der neue Netzwerker

Dr. Michael Maas - neuer Stadtteilkoordinator für Styrum vor der Villa der Feldmannstiftung.
Dr. Michael Maas - neuer Stadtteilkoordinator für Styrum vor der Villa der Feldmannstiftung.
Foto: WAZ FotoPool

Mülheim.. Vor einem guten Vierteljahr bezog Dr. Michael Maas sein Büro in der alten Feldmann-Villa, als neuer Stadtteilkoordinator für Styrum. Mit seinem Vorgänger Michael Schüring, der im Spätsommer 2011 als Geschäftsführer zum CBE wechselte, verbindet ihn, dass auch seine Arbeit Ehrenamtliche dringend braucht. Für zunächst drei Jahre ist Maas (43), der in Essen wohnt, nun an der Mülheimer Nordgrenze engagiert.

Wo haben Sie vorher gearbeitet?

Michael Maas: Als Leiter des Projektes „Lernen, wie man lernt“ beim Essener Kinderschutzbund. Dort werden sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche gefördert. Vor allem in schulischer Hinsicht, aber ergänzt durch Freizeitangebote und durch Elternarbeit, die ja hier in meiner neuen Stelle eine noch größere Rolle spielt.

Was hat Sie an der neuen Stelle gereizt? Warum haben Sie sich beworben?

Maas: Weil ich mich hier mit Bereichen beschäftigen kann, die für mich ganz neu sind. Vorher hatte ich mit Schulkindern zu tun, jetzt auch mit den Styrumer Sportclubs, Moscheevereinen oder Kitas. Eine tolle Stelle, mit vielfältigen, interessanten Themen.

Hatten Sie in Essen ein großes Team? Viele Kollegen?

Maas: Ja, zu meinem Projekt gehörten zehn hauptamtliche und 60 ehrenamtliche Mitarbeiter.

Nun sind Sie gewechselt ins Ein-Mann-Büro. Fanden Sie die Umstellung schwierig?

Maas: Nein. Die Stadtteilkoordinatoren von Eppinghofen und Styrum arbeiten ja eng zusammen. Und ich bin heilfroh, dass Max Schürmann hier mit in diesem herrschaftlichen Haus ist, der die Feldmannstiftung seit mehr als 20 Jahren leitet. Denn er kennt Styrum sehr gut und kann mir alle Fragen beantworten.

Wie viel von Ihrer Arbeitszeit haben Sie bislang am Schreibtisch verbracht?

Maas: Eher wenig. Ich war vor allem damit gut beschäftigt, alle Bildungspartner und Akteure vor Ort kennenzulernen, von den Kitas über Sportclubs bis hin zum Nachbarschaftsverein. Ich wäre aber auch ein schlechter Stadtteilkoordinator, wenn ich die meiste Zeit im Büro säße.

Kannten Sie Styrum vorher?

Maas: Nur als Besucher des Aquarius und als Radfahrer an der Ruhr.

Haben Sie im Stadtteil etwas entdeckt, was Sie positiv oder auch negativ überrascht hat?

Maas: Was mir aufgefallen ist: dass die Styrumer sehr stolz sind auf das, was sie hier leisten. Da passt der Löwe als Wappentier wirklich gut.

Was wollen Sie als Stadtteilkoordinator beitragen?

Maas: Ich bin zuständig für die „Elternkompetenzwerkstatt“, mit der die Erziehungskompetenz von Müttern und Vätern gestärkt werden soll. Und ich habe die Aufgabe, Bildungsakteure noch stärker zu vernetzen. In Styrum gibt es allerdings schon eine sehr gute Kooperationskultur. Ganz wichtig ist die Zusammenarbeit mit Menschen, die wir „muttersprachliche Brückenbauer“ nennen. Über sie finden wir Zugang zu den Eltern.

Haben Sie schon konkrete Ideen, wie Sie vorgehen wollen?

Maas: Wir möchten beispielsweise die Väter stärker aktivieren, ihnen Lust darauf machen, mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen, denn für Kinder ist dieser Kontakt sehr wichtig. Gemeinsam mit dem interkulturellen Elternverein und der RAA planen wir daher ein Vater-Kind-Fußballturnier und eine Kanutour. Bislang werden nämlich viele Angebote fast nur von Müttern angenommen. Aber es geht mir gar nicht darum, ganz viele neue Aktionen aufzuziehen.

Sondern?

Maas: Transparent zu machen, was es in Styrum schon alles an hochwertigen Angeboten gibt. Ganz wichtig finde ich auch das Thema Ehrenamt. Man kann realistischerweise nicht erwarten, dass für eigentlich ja dringend notwendige Bildungsaktivitäten in großem Stil Personal zur Verfügung gestellt wird. Wir dürfen die freiwilligen Helfer aber auch nicht überfordern. Sie sollen keine Hauptamtlichen ersetzen, sondern die Qualität von Kinderförderung verbessern.

Haben Sie schon einen Lieblingsort in Styrum?

Maas: Was mich beeindruckt, sind die schönen, alten, denkmalgeschützten Schulgebäude. Aber einen Lieblingsort habe ich im Stadtteil noch nicht.

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