Der nächste Brief ist schon verschickt

Beginnt nun der letzte Akt im politischen Herbsttheater? Jochen Hartmann (AfD), der eigentlich schon einen Schlussstrich ziehen wollte, und seine Partei haben nun ein Schreiben an Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld in ihrer Funktion als amtierende SPD-Vorsitzende geschrieben. Darin warnen sie vor einem Verlust an politischer Kultur. Ob dies nun tatsächlich der Schlusspunkt des Spektakels ist, wird sich zeigen. Der Aufschlag zum Polit-Theater stammte von Hartmann selbst, der sich jetzt in der Opferrolle wähnt. In einem Leserbrief hatte er die Betreuung von Flüchtlingen und Senioren verglichen.

Danach spitzte sich die Spannung von Tag zu Tag zu: Zunächst betrat der sozialpolitische Sprecher der SPD, Rodium Bakum, die Bühne und lieferte sich ein Wortgefecht mit Hartmann. Dieser schlug wiederum nicht mit dem Florett, sondern mit dem Degen in seiner Antwort an den Sozialdemokraten zurück. Doch dann betrat noch ein Dritter die Szenerie, Hasan Tuncer vom „Bündnis für Bildung “, der wiederum Bakum beisprang.

Inzwischen ist die Bühne noch voller geworden: Etliche Sozialdemokraten, aber auch Franziska Krumwiede von den Grünen und Cevat Bicici von „Wir aus Mülheim“ haben sich hinter Bakum und Tuncer gestellt. Tenor: nun zeige die AfD ihr „wahres Gesicht“. In dem Brief an Mühlenfeld beklagt sich die AfD nun darüber. So fordert der stellvertretende Kreisvorsitzende Arnd Immel die OB dazu auf, die „jugendlichen Heißsporne“ ihrer Partei zu mäßigen. Bisher sei die AfD, anders als in anderen Kommunen, im Kreis der Fraktionen fair aufgenommen worden. Dass es nun zu einer Eskalation gekommen sei, bedauere man daher außerordentlich.

EURE FAVORITEN