Das Bauunternehmen Markus Pionke hat Insolvenz angemeldet

Vom Tudorhaus (r.), das zu dem Ensemble der Troostschen Weberei gehört, sollen lediglich drei Außenwände erhalten bleiben.
Vom Tudorhaus (r.), das zu dem Ensemble der Troostschen Weberei gehört, sollen lediglich drei Außenwände erhalten bleiben.
Foto: WAZ FotoPool
Mit den Luxuswohnungen im Dorf Saarn und dem Umbau der ehemaligen Troostschen Weberei wollte die Firma zwei große Projekte in Mülheim realisieren.

Mülheim. Das Bauunternehmen Markus Pionke GmbH aus Rheinberg hat beim zuständigen Amtsgericht in Kleve Insolvenz angemeldet. Im Dorf Saarn und im Luisental verfolgte das Unternehmen zwei bedeutende und nicht ganz unumstrittene Bauprojekte in der Stadt. Im Luisental hatte Pionke das unter Denkmalschutz stehende Ensemble der ehemaligen Troostschen Weberei erworben und wollte dort 17 hochwertige Wohneinheiten an der Ruhr schaffen. 13 Luxuswohnungen sind im Dorf Saarn an der Otto-Pankok-Straße geplant.

Was aus den Objekten wird, vermochte gestern keiner zu sagen. Der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Peter C. Minuth aus Düsseldorf erklärte gegenüber der WAZ, dass er zunächst ein Gutachten über die Vermögenslage des Unternehmens erstelle und bestehende Verträge sowohl mit Käufern, Kreditinstituten und Handwerksbetrieben analysieren werde. Bisherige Gespräche mit dem Geschäftsführer und anderen Beteiligten seien konstruktiv gewesen. Für das Saarner Projekt interessieren sich bereits andere Investoren. „Es liegen Interessensbekundungen vor“, so Minuth.

Auf der Baustelle in Saarn tut sich derzeit nichts

In Saarn tut sich auf der Baustelle seit gut zwei Wochen nichts mehr. Eine Baugrube ist ausgehoben. Im Frühjahr 2016 sollte das exklusive Ensemble aus drei Baukörpern mit 13 Wohneinheiten ursprünglich fertiggestellt sein. Fünf Wohnungen seien bisher verkauft, Interessenten gebe es nach wie vor, berichtet Gina Holschbach, Büroleiterin von Engel & Völkers in Saarn, die das Projekt als „Leben im Naturparadies“ vermarktet. Mehrfach war in Saarn der Baustart verschoben worden, die Planung wurde zwischenzeitlich noch mal verändert. Wie es heißt, hatte man sich den Verkauf an der Stelle einfacher vorgestellt.

Noch schwieriger gestaltet sich das Ensemble im Luisental, das ebenfalls drei Baukörper vereint. Das Baudenkmal, das zur industriellen Wiege der Stadt gehört, steht seit langem leer und ist im Laufe der Jahre dramatisch verfallen. Mit den Denkmalbehörden hatte das Bauunternehmen eine Einigung erzielen können, die dann auch politisch eine Mehrheit fand: Das kleine Kutscherhaus soll komplett erhalten werden, vom Tudorhaus zumindest drei Fassaden, während das alte Webereigebäude komplett abgerissen werden soll. Kein einfacher Weg, noch immer gibt es Uneinigkeit in der Ausführung.

Projektierungskosten "exorbitant gestiegen"

Bau- und Planungsdezernent Peter Vermeulen verwies darauf, dass unter anderem durch die vielen Gutachten die Projektierungskosten für die Rheinberger Markus Pionke GmbH „exorbitant gestiegen“ seien. „Dabei waren wir froh, dass endlich jemand dieses Objekt aus dem Dornröschenschlaf erweckt“, erklärt Planungsamtsleiter Jürgen Liebich. Die Stadt hofft, dass dieses Projekt nicht wieder zum Stillstand kommt. Der Verfall könnte auch den letzten Rest zerstören.

 
 

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