City-Managerin besorgt um die Leineweberstraße

Dennis Vollmer
Foto: Christoph Wojtyczka
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Foto: Christoph Wojtyczka / WAZ FotoPo

Mülheim. Viel Bewegung kommt in die Leineweberstraße: Der Fahrradspezialist „Drahtesel“ erweitert sein Geschäft und zieht gleichzeitig die Allee runter neben die Buchhandlung Röder. Ab März soll dort eröffnet werden. Auch der Nachbarladen des leerstehenden Maredo-Restaurants füllt sich mit einem Sonnenstudio.

An der Allee gelten andere Gesetze als an der parallelen Schloßstraße. Während die Geschäfte in der Fußgängerzone am liebsten nah ans Forum rücken wollen, weil der Kaufhof-Leerstand die Laufkundschaft schwinden lässt, scheint es hier genau umgekehrt zu sein. In der Nähe zur Buchhandlung, Verbraucherzentrale und Herrenausstatter fühlt sich Drahtesel-Geschäftsführer Axel Gellrich jedenfalls gut aufgehoben: „Im Augenblick sind wir auf zwei Etagen aufgeteilt, der Kunde sieht deshalb nur einen kleinen Bereich.“

Die dann größere Ladenfläche von 200 m² und die breitere Schaufensterfront sorgen außerdem für eine bessere Wahrnehmung des Geschäfts, ist Gellrich überzeugt.

Gläserne Werkstatt und E-Bikes

Mit einer „gläsernen Werkstatt“, in der man bei der Reparatur über die Schulter gucken kann, und einer Auswahl an einsatzbereiten Elektro-Rädern zum Ausprobieren, will Gellrich für weitere Hingucker sorgen.

Weniger überzeugend bleibt die Situation allerdings an der Kreuzung zur Kaiserstraße: Seit Maredo das Restaurant Anfang 2010 aufgab, findet sich kein Nachmieter. Nicht viel besser sieht es gegenüber aus, wo im Ladenlokal des früheren Mon Amour ein Teppichgeschäft eröffnete, jedoch nur vorübergehend, inzwischen steht es wieder leer.

Obere Leineweberstraße macht Sorgen

„Und dann war urplötzlich Schlecker leer“, ist City-Managerin Gudrun von der Linden über die Entwicklung der oberen Leineweberstraße besorgt. Denn Interessenten reagieren sensibel auf Leerstände, und nicht zuletzt waren diese mit ein Grund für den Umzug des „Drahtesel“, „die Ecke stirbt“, glaubt ein Mitarbeiter. Vom nahen Forum habe man nicht profitiert.

Die untere Allee, sagt die City-Managerin, profitiere dagegen vom Fußgängerüberweg, wo viele stehen bleiben (müssen) und den Parkplätzen etwa am Kohlenkamp.

Einen Lichtblick soll es übrigens noch weiter unten, für das ehemalige Möbelgeschäft an der Schloßbrücke geben: In naher Zukunft will dort das Möbelhaus „Stilphase“ einziehen. Offenbar sieht man dank der Bauentwicklung an der Ruhrpromenade nun ein großes Potenzial.