Campus aus Containern

Im Bau befindliche Mobile Hochschule Ruhr West. Im Bild: v.l. H. Theo Hoeckesfeld , Prof. Dr. Eberhard Menzel Foto: Christoph Wojtyczka / WAZ FotoPool
Im Bau befindliche Mobile Hochschule Ruhr West. Im Bild: v.l. H. Theo Hoeckesfeld , Prof. Dr. Eberhard Menzel Foto: Christoph Wojtyczka / WAZ FotoPool
Foto: Christoph Wojtyczka / WAZ FotoPo

Mülheim.. Der Rektor der Hochschule, Prof. Eberhard Menzel, verspricht sich zwischendurch immer wieder mal und redet vom Studieren in Containern, wird dann aber schnell vom Investor verbessert: Pavillons! Egal. Neben Mannesmann, auf einer Fläche, wo früher riesige Röhren lagerten, entsteht die größte mobile Hochschule Deutschlands. Rund 840 Container werden über- und nebeneinander gestapelt, in denen bis zu 1500 Studenten und 140 Hochschullehrer zumindest für kurze Zeit studentisches Leben praktizieren werden.

Die Container liefert das Unternehmen Fagsi, das überall dort, wo schnell Raum benötigt wird, einspringt und Büros, Kindergärten, Schulen, selbst Banken im Eiltempo aufbaut, und das für Wochen, Monate, oder auch Jahre, wie jetzt in Mülheim. Eine Hochschule, sagt Thomas Nauroth von Fagsi, habe man aber noch nie erstellt, noch nie so etwas Großes: Auf einem 25 000 Quadratmeter großen Gelände an der Dümptener Straße/Neustadtstraße entstehen drei Hochschulbauten mit rund 15 000 Quadratmetern Nutzfläche und 350 Parkplätzen. Es gibt Seminarräume, Labore, eine Mensa, mehrere Hörsäle, Besprechungsräume, Diensträume, eine große Bibliothek. Eine voll funktionsfähige Uni eben, wie es heißt. Vor allem angehende Naturwissenschaftler und Bauingenieure werden dort lernen.

Start im Sommersemester 2012

„Ich freue mich, dass dies möglich geworden ist“, sagt der Rektor, der im Sommersemester 2012 starten möchte. Neben dem Siemens Techno-Park und dem Salzgitter/Mannesmann-Bau ist es der dritte, aber größte Hochschulstandort in der Stadt – alles auf Zeit. Drei Jahre bleibt die Hochschule Ruhr West in dem Container-Dorf, dann soll der Neubau an der Duisburger Straße auf dem ehemaligen Bahnareal fertig sein. Im kommenden Jahr beginnen dort die Bauarbeiten.

Die Zwischenlösung war nicht einfach, in jeglicher Hinsicht. Der ursprüngliche Wunsch, ein bestehendes Gebäude innenstadtnah zu nutzen, zerschlug sich. Der ehemalige Kaufhof wurde unter anderem durchgerechnet und verworfen – viel zu teuer für den Steuerzahler, vor allem deshalb, weil all die nötigen Umbauten nach drei Jahren nahezu wertlos gewesen wären. Das Container-Dorf soll die preiswerteste Lösung für den Steuerzahler sein, sagen die Beteiligten. Über die Höhe der Kosten schweigen sie jedoch.

"Hochschulbetrieb mit allen modernen technischen Voraus- setzungen"

Die Hochschule ist Mieter, die Miete zahlt das Land an den Investor und Projektsteuerer, die Imoba Immobilien GmbH in Mülheim. Die wiederum ist Eigentümerin, aber nicht Besitzerin, das ist Fagsi. Das Unternehmen baut die Pavillons nach drei Jahren wieder ab.

„Die Studenten und Professoren“, sagt Imoba-Geschäftsführer H. Theo Hückesfeld, „können sich auf einen Hochschulbetrieb mit allen modernen technischen Voraussetzungen freuen.“ An Komfort soll es nicht fehlen, das Umfeld soll mit Sitzgelegenheiten und Grünzonen aufgepeppt werden.

Dass der Standort überhaupt realisiert werden konnte, ist auch der Medl zu verdanken, die die Kanal-, Gas- und Stromversorgung des Geländes ermöglicht. In neun Wochen, so Hückesfeld, stehen die Pavillons, 500 Quadratmeter pro Tag beträgt der Schnitt der Bauherren. „Ich glaube“, sagt ein Studenten-Sprecher, „das klappt – und wird gut.“

 
 

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