Ruhrpott-Star Manuellsen zwischen Rassismus, Rap und Rockern – „Ich war der einzige meiner Art“

Rapper Manuellsen stammt aus Berlin, wuchs im Ruhrgebiet auf.
Rapper Manuellsen stammt aus Berlin, wuchs im Ruhrgebiet auf.
Foto: imago images / Sven Simon

Manuellsen ist einer der schillerndsten Rapper Deutschlands. In Berlin geboren, wuchs er im Ruhrgebiet auf.

Rapper Manuellsen, der mit bürgerlichem Namen Emmanuel Awere Yazze Twellmann heißt, hat jetzt ein Buch über sein Leben veröffentlicht. „König im Schatten“ (Droemer Knaur Verlag) heißt es - Manuellsen erzählt von Rassismus-Erfahrungen, den Hells Angels und seinem Hass auf Bushido.

Rapper Manuellsen wollten ihn töten

Manuellsen gilt als Vorkämpfer in Sachen Rassismus. Schon früh musste er Rassismus-Erfahrungen im Ruhrgebiet machen.

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Das ist Manuellsen:

  • 1979 kommt er als Sohn einer ghanaischen Aktivistin in Berlin zur Welt.
  • Nach Abschiebung seiner Mutter wächst er auf in Mülheim.
  • Schnell zeigt sich sein musikalisches Talent und Manuellsen erwirbt einen Ruf als hochtalentierter Hitzkopf im Rap-Game.
  • Manuellsen macht durch seine Fehde mit Bushido und seine Nähe zu den Hells Angels Schlagzeilen.
  • Heute ist er Label-Chef, Café-Betreiber, Familienvater, aber vor allem auch eine laute Stimme gegen Rassismus.

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„Schwarze gab es in den 80er Jahren im Pott nicht. Ich war der einzige meiner Art. Ein verficktes, schwarzes Einhorn in einer Herde voller Haflinger. Und das ließen sie mich und meine Familie auch spüren. Jeden Tag“, schildert Manuellsen.

„Im Großen wie die Busfahrer, die uns nicht mitfahren ließen und im Kleinen wie die Menschentrauben, die sich um den Kinderwagen bildeten, wenn meine Mutter an einem Schaufenster anhielt oder die Paare, die sich auf der Straße zuraunten, wie meine Mutter und mein Vater DAS denn zustande gebracht hätten.“

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Mit den Fäusten die Menschlichkeit zurückgeholt

Früher habe er daher gelernt: „Also ja, Gewalt ist furchtbar. Aber sie wirkt. Leider. Und wenn du noch nicht an dem Punkt angelangt bist, an dem du dir denkst: 'Entweder ich oder die anderen heute', dann hast du noch lange nicht die Erfahrungen mit Rassismus gemacht, die ich gemacht habe.“

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Als er als Jugendlicher von anderen immer wieder mit dem N-Wort beleidigt wurde, schlug er zu. „Diese zwei kleinen Karate-Bengel wollten mir an diesem Tag auf dem Bauernhof meine Menschlichkeit nehmen. Und wallah, ich habe sie mir mit meinen Fäusten zurückholt.“

Über sein Leben zwischen Rassismus, Rocker-Klubs und Rapper schreibt Manuellsen in seiner Biografie „König im Schatten - Respekt nur, wem Respekt gebührt“, erschienen im Droemer-Knaur Verlag (20 Euro). (ms)