Bürgerradweg in der Planung

Vermessungstechniker hatten Anfang März letzten Jahres damit begonnen, vom Hauptfriedhof aus die 1,9 Kilometer lange stillgelegte Trasse der Straßenbahn-Linie 104 bis hoch zum Flughafen zu berechnen. „Damit werden die Grundlagen geschaffen für die Planung des Bürgerrad- und Fußweges, der auf der stillgelegten Straßenbahn-Trasse entstehen soll“, erklärte Helmut Voß, der Radbeauftragte der Stadt. Rund anderthalb Jahre vorher war die Idee dazu aufgekommen – auch, um eine Alternative zu dem maroden Fußweg entlang der Zeppelinstraße zu schaffen. Ein Antrag zur Übernahme von Bau und Finanzierung des Projekts durch Straßen NRW war bereits gestellt. Das bestätigte Frank Hoffmann von der Regionalniederlassung Ruhr bei Straßen NRW. „Die Maßnahme ist gemeldet und im Programm verankert, damit ist der erste Schritt getan.“ Weiter aber habe man diesbezüglich bei Straßen NRW noch nichts von der Stadt Mülheim gehört. Helmut Voß vom städtischen Tiefbauamt sagte dazu: „Unsere Tätigkeit ist im Augenblick eher nach innen gerichtet. Wir nehmen den Bestand auf, um die Planungen konkretisieren zu können.“ Wenn alle nötigen Vorgaben erreicht seien, stellte Voß in Aussicht, dann „kann so ein Radweg aus Sicht des Tiefbaus innerhalb von vier Wochen umgesetzt werden.“

Eigentlich liebäugelten alle Beteiligten mit einer Umsetzung schon in 2015. Diese war allerdings fraglich. Denn: Im Zuge der Umgestaltung der Trasse zu einem Rad- und Fußweg müssen die Haltestellen entlang der Strecke barrierefrei gestaltet werden. Und das könne unter Umständen länger dauern. Im März 2015 wurde ein Geländeprofil erstellt und auch eine Bodenuntersuchung durchgeführt, um, laut Voß, „zu sehen, wie der Radweg sich gestalten könnte“. Denn dass er kommen soll, der Bürgerradweg, dazu habe man „als Stadt nichts Gegenteiliges gehört“, so Voß. Rechtlich behält die Trasse den Status als Straßenbahnstrecke.Das Land NRW betrachtet seit Jahren den Radwegebau auf stillgelegten Bahnlinien als probates Mittel der Trassensicherung für eine eventuelle Wiederinbetriebnahme.

Für den Bürgerradweg fehlt das Geld. Mehrfach versprochen hatte die Stadt den barrierefreien Umbau der Haltestellen ab Hauptfriedhof Richtung Flughafen. Vor allem sollte zügig ein ungefährlicher, barrierefreier Umstieg von der Buslinie 130 auf Bahnen und umgekehrt am Hauptfriedhof ermöglicht werden. Die Bezirksregierung hat dies zur Voraussetzung gemacht, um die MVG endlich aus der Betriebspflicht für den Flughafen-Ast zu entlassen.

Der Umbau samt neuer Kehranlage kostet aber wohl 2,3 Millionen Euro. Fördermittel wird es dafür laut Verkehrsplaner Roland Jansen frühestens 2017 geben – ohne sie sieht sich die MVG nicht in der Lage zu investieren. Die Bezirksregierung habe der Stadt die Situation verdeutlicht: Baut sie die Haltestellen nicht bis Ende 2016 im Sinne der Vorgabe um, kann sie sich den Bürgerradweg auf der Flughafen-Trasse abschminken. Vor 2017 wird dort also nichts passieren.

 
 

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