Bürger befürchten negative Auswirkungen durch Moscheebau

In den Garten an der Hohe Straße, Ecke Steinkampstraße will die muslimische Camii-Gemeinde eine Moschee mit Gemeindehaus errichten.
In den Garten an der Hohe Straße, Ecke Steinkampstraße will die muslimische Camii-Gemeinde eine Moschee mit Gemeindehaus errichten.
Foto: NRZ
Der geplante Moschee-Bau an der Hohe Straße in Styrum stößt bei einigen Anwohnern auf Gegenwehr. Sie fühlen sich nicht ausreichend informiert und sie befürchten negative Auswirkungen auf ihr Viertel: Parkplatzprobleme und die Wertminderung ihres Eigentums. Doch der Ausbau ist genehmigt - und notwendig.

Mülheim. Rechtlich ist der Bau der Moschee an der Hohe Straße in Styrum längst in trockenen Tüchern, selbst wenn ein Termin für den Spatenstich noch nicht fest steht. „Ein ganz normaler Vorgang“, sagt Stadtsprecher Volker Wiebels: Es handle sich um ein privates Bauvorhaben, im Januar sei die Genehmigung erteilt worden. Und dennoch birgt dieser „normale Vorgang“ Konfliktstoff: Manche Anwohner fühlen sich nicht informiert. Und sie befürchten negative Auswirkungen auf ihr Viertel: Parkplatzprobleme und die Wertminderung ihres Eigentums.

Sehr glücklich ist auch die muslimische Gemeinde darüber nicht. Der Umzug von der Moschee Camii an der Moritzstraße an die Hohe Straße ist vielmehr aus der Not geboren, denn an ihrem jetzigen Standort ließ sich die Erweiterung nicht umsetzen.

Neue Moscheen stoßen oft auf Gegenwehr

Der Ausbau wird aber notwendig, denn die Gemeinde ist nicht nur gewachsen – 60 Mitglieder ist sie groß, dazu kommen ihre Familien –, sondern will auch ihre Angebote erweitern. Dazu gehören auch etwa Klassenräume, ein Jugendtreff, Imbiss, eine Bibliothek und zwei Gebetsräume für Männer sowie Frauen. Benötigt werden 1500 Quadratmeter, die das über 1600 qm Gelände am Bahndamm bietet. Mehrere Jahre hatte die Gemeinde zusammen mit der Stadt zuvor ergebnislos nach einem geeigneten Standort gesucht.

Zehn Meter hoch soll die Moschee werden, oben drauf kommen noch eine Kuppel (4,50 m) sowie zwei Türme, die eine Höhe von 6,50 m haben. „Es gibt kein Minarett und sie sind ganz klein“, betont der Stadtsprecher, der offenbar bemüht ist, dem Bau einen beiläufigen Charakter zu geben. Denn nicht selten stößt ein Moschee-Bau auf Gegenwehr bei Anwohnern.

Ordnungsamt kontrolliert Falschparker nicht mehr

Kritik von den Bürgern gibt es auch in diesem Fall, allerdings richtet sich die in erster Linie an das Schweigen von Gemeinde und Stadt: „Warum hat man die Anwohner nicht von vorne herein mit einbezogen?“, fragt ein Bürger, der nicht gerne genannt werden möchte. Sorge macht ihm die Park-Situation in der schmalen Hohe Straße.

38 Parkplätze seien für den Bau nachgewiesen worden, heißt es seitens der Stadt, die Hälfte davon werden auf dem Moschee-Gelände entstehen. Doch wenn zu Stoßzeiten über 200 Gläubige in der Moschee beten werden, wird diese Zahl absehbar nicht ausreichen.

Die möglichen Folgen kann man derzeit etwa an der Wittekind Straße in Osterfeld sehen, wo ein Viertel jeden Freitagmittag unter der Autolast ächzt: Dort wird kreuz und quer und sogar im Halteverbot geparkt. Das Ordnungsamt weiß zwar um die Situation, kontrolliert aber nicht mehr.

„Wir müssen endlich mit Informationen an die Öffentlichkeit gehen“, drängt der Mülheimer Integrationsratvorsitzende Enver Sen auf Transparenz, bevor sich die Stimmung gegen den Bau richte.

 
 

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