Brunnen-Klau in Müga - Täter nutzten Reparaturarbeiten

Bettina Kutzner
Das ist der Beginn der Wasserachse: Hier stand die erste von drei identischen Fontänen, auf die nächsten beiden spaziert der Fußgänger zu.
Das ist der Beginn der Wasserachse: Hier stand die erste von drei identischen Fontänen, auf die nächsten beiden spaziert der Fußgänger zu.
Foto: WAZ-Fotopool
Gelegenheit macht Diebe - möglicherweise nach diesem Motto haben Metalldiebe gehandelt, die im Mülheimer Müga-Park einen Brunnen gestohlen hatten. Die Anlage war wegen Reparaturarbeiten trocken gelegt. Der Schaden dürfte im Übrigen den Wert des Brunnens deutlich überschreiten.

Mülheim. Mit dem geklauten Brunnen im Stadthallengarten ist eine ganze Anlage beschädigt worden, wobei der Schaden noch nicht beziffert werden kann. Das Brunnenelement war Teil der sogenannten Wasserachse, die am Ende der Kfar-Saba-Brücke mit dem Wasserfall am „Regentor“ beginnt: Das Wasser fließt von dort aus zur ersten Fontäne und über eine Rinne zur zweiten und dann zur dritten.

Die dreisten Metalldiebe nutzten eine Betriebspause: Die Wasserachse mit den drei Fontänen war ein paar Tage trockengelegt worden, weil die Pumpe der ersten Fontäne repariert werden musste. Als ein städtischer Mitarbeiter das am Freitagmorgen erledigen wollte, stellte er fest, dass die ganze Fontänenanlage weg war: vier Kupferelemente, aus der sich tütenförmig die Wasserspeier erheben. Nur die Haltegitter und Anschlussschläuche wurden zurückgelassen.

Die Wasserspiele waren damals eine Sonderanfertigung

Die anderen beiden Fontänen sind noch in Betrieb, weil die Brunnen einzeln gesteuert werden können, aber die Wasserachse ist unterbrochen, die Rinne trocken. „Wir können das nicht so lassen.“ Sylvia Waage, die Leiterin des Amts für Grünflächenmanagement und Friedhofswesen, ist über den Diebstahl entsetzt. Vor dem nächsten Frühjahr dürfte es keinen Ersatz geben, und auch das wird noch schwierig genug – von den Kosten ganz zu schweigen: „Wir wagen es nicht, Zahlen in den Raum zu stellen, die können nur falsch sein.“ Das Unternehmen, das die einmalige Anlage vor über 20 Jahren zur Müga gebaut hat, gibt es noch, die Anfrage nach einem Kostenvoranschlag ist gestellt. „Die suchen nach den Plänen.“

Die Wasserspiele waren eine Sonderanfertigung für die Müga, sie gingen im April 1992 in Betrieb. Die Firmenmitarbeiter, die die Anlage damals aufgebaut haben, sind mittlerweile in Pension, so Amtsleiterin Waage. Eine kleine Hoffnung besteht noch, dass die auffälligen Kupferelemente nicht irgendwo in der Schmelze landen. „Wenn wir sie noch finden könnten, würde uns das einen Haufen Geld sparen“, so Sylvia Waage.

Die Polizei sucht Zeugenhinweise

Die Polizei appelliert an Zeugen, sich zu melden: Die vier Elemente, aus denen eine Fontäne besteht, wiegen je zwischen 50 und 70 Kilo. „Die müssen zwei, drei Leute per Sackkarre oder Schubkarre bewegt haben“, schätzt Polizeisprecher Peter Elke. Möglicherweise wurde das Diebesgut über den Stadthallenparkplatz abtransportiert. Bis Dienstag hat es aber noch keine Hinweise bei der Polizei gegeben ( 0201-8290).

Das Amt für Grünflächenmanagement und Friedhofswesen hatte erst kürzlich Ärger mit Metalldieben: Mitte Juli wurden auf dem Friedhof Speldorf systematisch Lampen, Vasen, Schalen, Figuren von den Gräbern geklaut. Der Schaden soll rund 10.000 € betragen. Vor zwei Jahren plünderten Metalldiebe den Wasserspielplatz auf der Müga. Und vor einigen Jahren wurde dort das „Regenpärchen“ geklaut. Es war aus Kupfer und ist nie wieder aufgetaucht.