Brückenbau in Mülheim kostet die Stadt zusätzliche Millionen

Die Thyssenbrücke über die Bahnstrecke Mülheim - Duisburg.
Die Thyssenbrücke über die Bahnstrecke Mülheim - Duisburg.
Foto: FUNKE Foto Services
Weil genehmigungsfähige Zuschüsse für die neue Thyssenbrücke geringer ausfallen, muss die Stadt nun deutlich mehr selbst zahlen – zehn Millionen Euro.

Mülheim. Noch vor dem Beginn des unaufschiebbaren Neubaus der Thyssenbrücke fällt das Projekt in ein Finanzierungsloch. Rund drei Millionen Euro mehr als bisher errechnet muss die Stadt als Eigenanteil zahlen, weil erhoffte Zuschüsse des Landes und des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) nicht genehmigungsfähig sind. Grund dafür sind abweichende Formulierungen in den eingereichten Fördergeldanträgen und den notwendigen, ergänzenden Planunterlagen.

Rund 18 Millionen Euro wird die Erneuerung kosten. Knapp 61 Prozent davon sollten aus Zuschusstöpfen des Landes und vom VRR kommen, 39 Prozent von Stadt (4,1 Millionen Euro) und Mülheimer Verkehrsgesellschaft (etwa 3 Millionen Euro). Nun schrumpfen die Zuschüsse im komplizierten Förderverfahren, der Anteil von Stadt und MVG steigt daher auf über zehn Millionen Euro.

Der Kämmerer, der auch die Verluste der MVG ausgleichen muss, hat kein Extra-Geld mehr, ist aber in Zugzwang. Die Erneuerung der maroden Thyssenbrücke (Baujahr 1909) kann nicht hinausgezögert werden. Dicke Lastwagen trägt sie nicht mehr, die neuen Straßenbahnen kommen nicht nach Styrum.

Tücken des Antragswesens

„Wir haben 5,7 Millionen Euro an Förderung beantragt. Nun sollen nur 65 Prozent an Zuschuss kommen. Wir warten noch auf die Entscheidung“, erklärt Klaus-Peter Wandelenus, Geschäftsführer der MVG. Dann fehlen knapp zwei Millionen Euro.

Dass dies passieren kann, signalisiert der VRR. „Fakt ist, dass der VRR nach rechtlicher Prüfung den Betrag bewilligen wird, der gesetzlich zulässig ist“, sagt Sabine Tkatzik, Sprecherin des VRR. Damit werden die Hürden und Tücken des Antragswesens deutlich. Oft fallen erhoffte Zuschüsse bereits weg, wenn Verwaltungsmitarbeiter nicht exakt beschreiben, wofür sie Zuschüsse beantragen.

Ist die Thyssenbrücke ein Neubau für Autos und Straßenbahn gibt es laut VRR 90 Prozent Zuschuss. Ist es eine „Eisenbahnkreuzungsmaßnahmen-Vereinbarung“, die die Deutsche Bahn gern mit der Stadt haben will, gibt es nur 65 Prozent aus dem Fördertopf.

„Die Stadt hat sich von der Deutschen Bahn über den Tisch ziehen lassen. Das sollte nachgebessert werden“, ist aus den zuständigen Stellen in Düsseldorfer zu hören. Das Regierungspräsidium hat vor einem Monat eine Million Euro für die Thyssenbrücke gestrichen. Die Deutsche Bahn hat sich bisher gar nicht, obwohl von der Stadt erwünscht, am Brückenneubau beteiligt, sondern verzögert manches.

 
 

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