Brandermittlungen in Mülheimer Stellwerk beginnen frühestens Dienstag

Das zerstörte Stellwerk kurz nach Beendigung der Löscharbeiten. Warum der Brand am Sonntagmorgen ausbrach, ist noch unklar. Die Bahn hat durch den Zwischenfall jedenfalls immense Probleme.
Das zerstörte Stellwerk kurz nach Beendigung der Löscharbeiten. Warum der Brand am Sonntagmorgen ausbrach, ist noch unklar. Die Bahn hat durch den Zwischenfall jedenfalls immense Probleme.
Foto: FUNKE Foto Services
Die Polizei konnte das Mülheimer Stellwerk aus Sicherheitsgründen noch nicht betreten. Mehrere Wochen fahren Züge mit Verspätungen oder fallen in Mülheim ganz aus.

Mülheim. Warum im Styrumer Bahn-Stellwerk Sonntagfrüh das folgenschwere Feuer ausbrach, ist noch unklar. Am Dienstagmorgen wollen Brandermittler der Polizei damit beginnen, das von innen völlig zerstörte Gebäude nahe der Thyssen-Brücke näher zu untersuchen.

Nachdem die Mülheimer Feuerwehr ihre Löscharbeiten samt Brandwache beendet hatte, waren Ermittler bereits vor Ort, um sich die rußige Ruine neben den Gleissträngen anzuschauen. „Von außen gibt es bislang keinerlei Hinweise, die auf vorsätzliche Brandstiftung hindeuten“, erklärte Polizeisprecher Marco Ueberbach am Montag.

Aus Sicherheitsgründen – weil erst die Statik des schwer beschädigten Gebäudes überprüft werden muss – konnten die Beamten zunächst nur den unteren Bereich des Stellwerks betreten. Heute soll mit Hilfe von Sachverständigen geklärt werden, ob Untersuchungen im Obergeschoss, an der eigentlichen Brandstelle, möglich sind.

Weichen lassen sich nicht mehr umstellen

Alle Pendler müssen sich noch mehrere Wochen auf Verspätungen und Zugausfälle an den drei Mülheimer Bahnhöfen einstellen. Weichen lassen sich zwischen der Ruhrbrücke und der Stadtgrenze in Heißen jetzt nicht mehr umstellen. Die Züge könnten die wichtige Hauptstrecke durch das Ruhrgebiet nur mit 50 Kilometern pro Stunde passieren, was auf den Linien RE 1, RE 11 und S 1 zu weiteren Verspätungen führe“, teilte ein Bahnsprecher gestern mit. Um die Situation halbwegs zu entschärfen werden alle anderen Züge bis auf Weiteres zwischen Dortmund und Duisburg über die Nordachse und Gelsenkirchen umgeleitet.

Mit einer schnellen Reparatur des Brandschadens rechnen die Experten bei der Deutschen Bahn nicht. „Das hat mächtig geschmort in Styrum. Die Drähte sind ineinander verschmolzen“, heißt es hinter vorgehaltener Hand am Fuß des Stellwerks. Auch der Güterbahnhof für die benachbarten Röhrenwerke ist von dem Stellwerksausfall betroffen. Von Styrum aus treten die weißen Großrohre für die Ostseepipeline ihre Reise nach Rügen an.

Ungünstiger Zeitraum

Der Stellwerksbrand trifft die Bahn in einem ungünstigen Zeitraum. Die Techniker sind gerade dabei, die Hauptstrecke auf digitalen Betrieb umzustellen. Der erste Abschnitt von Duisburg bis vor den Styrumer Bahnhof ist in Arbeit. Der zweite – von dort bis Essen – soll in fünf oder sechs Jahren folgen. Vorher sei das Stellwerk in Styrum unverzichtbar.

Pendler tröstet das wenig. Hinweisschilder, dass auch Notbusse vom Dieter-aus-dem-Siepen-Platz nach Essen, Duisburg und Oberhausen fahren, fehlten gestern noch im Hauptbahnhof.

Nur noch drei Regionallinien halten vorerst am Mülheimer Hauptbahnhof 

Die Hauptstrecke der Deutschen Bahn im Ruhrgebiet ist nach dem Stellwerksbrand in Styrum seit Sonntag fast komplett lahmgelegt. Hier ein Überblick über Ihre nächsten Reisemöglichkeiten, welche Züge am Hauptbahnhof, am Westbahnhof und in Styrum noch halten.

Alle Züge des Fernverkehrs, ICE und IC, halten vorerst nicht mehr am Hauptbahnhof. Diese Züge werden ab Duisburg über Oberhausen, Essen-Altenessen und Gelsenkirchen nach Dortmund umgeleitet. Das gilt auch für die Gegenrichtung.

Der RE 1, von Aachen über Düsseldorf nach Paderborn und der RE 11, Mönchengladbach, Duisburg, Hamm fahren auf ihren regulären Linien mit Verspätungen von 15 bis 30 Minuten. Zwischen Duisburg und Dortmund Hauptbahnhof entsteht so ein 30-Minuten-Takt.

Die S 1 fährt nur mit jedem zweiten Zug von Dortmund – Bochum – Essen – Mülheim – Duisburg –Düsseldorf – Solingen, also im 40-Minuten-Takt in beide Richtungen. Die Züge verspäten sich 15 bis 25 Minuten. Wegen der Verspätungen können die Züge zwischen Düsseldorf und Solingen bzw. Bochum und Dortmund Hauptbahnhof ausfallen.

Der RE 2 und der RE 6 werden umgeleitet und halten nicht in Mülheim. Wer von Mülheim nach Münster will, muss in Duisburg umsteigen. Wer nach Minden möchte, steigt in Duisburg um. In beiden Fällen RE 1, RE 11 oder S 1 nehmen.

Die S 3 fällt zwischen Essen und Oberhausen komplett aus. Wer nach Südstyrum möchte, nimmt die neue Buslinie 128 ab der Busstation am Hauptbahnhof. Wer nach Nordstyrum und Oberhausen will, nimmt die Straßenbahnlinie 112 ab Kaiserplatz und muss durch das Forum laufen. Oder mit dem 128er bis Sandstraße fahren und dort in die 112 wechseln.

Die Deutsche Bahn hat einen zusätzlichen Busnotverkehr zwischen Essen Hauptbahnhof und Duisburg Hauptbahnhof eingerichtet. Die Busse der Firmen Placke, Faltraco und Urban halten an allen Stopps der S 1. Zwischen Essen Hauptbahnhof und Oberhausen Hauptbahnhof ist ein Busnotverkehr der Firma Urban in beide Richtungen mit allen Halten der S 3 eingerichtet. Die Notbusse halten am Hauptbahnhof und in Styrum jeweils von den Stationen.

 
 

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