Bobby-Car-Rennen im Kaufhof-Parkhaus

Ein Bobby-Car-Rennen auf dem Trainingsdeck im Kaufhof-Parkhaus: So was gibt’s nur in Schlimm-City. Bild: Stephan Glagla / WAZ FotoPool
Ein Bobby-Car-Rennen auf dem Trainingsdeck im Kaufhof-Parkhaus: So was gibt’s nur in Schlimm-City. Bild: Stephan Glagla / WAZ FotoPool
Foto: Stephan Glagla / WAZ FotoPool

Laute Schreie dringen über die Leineweberstraße. Sie kommen aus dem Parkhaus des Kaufhofs. Was ist da los? Das sonst verschlossene Tor an dessen Eingang steht offen. Ein Schild mit der Aufschrift „Achtung! Hier fahren Bobby-Cars“ steht davor. Am Samstag ging es wieder sportlich zu in Schlimm-City. Nach Parkhaus-Lauf und Minigolf rasten diesmal Bobby-Cars durch die Kurven des leerstehenden Gebäudes. Langsam sprechen sich die Sportveranstaltungen herum. Der Renntag war richtig gut besucht.

Vom Dach bis zur ersten Etage donnern Kinder und Erwachsene auf roten Fahrzeugen durch das Parkhaus. Wer sich auf dem Weg nach oben befindet, muss aufpassen, dass er nicht umgefahren wird. Aber man wurde ja gewarnt. Auf einmal kommt ein Mann in Vollmontur um die Ecke: Motocross-Helm auf dem Kopf, Ellbogen und Knie in Schoner eingepackt, Motorradhandschuhe an. Ein anderer startet die halsbrecherische Fahrt direkt in Motorradkleidung. Sicherheit geht vor! „Ich bin absolut begeisterter Bobby-Car-Fahrer“, ruft der Mann mit dem Motocross-Helm. So scheint es an diesem Samstag vielen zu gehen. Die Begeisterung ist den meisten Leuten wirklich anzusehen. Ein kleiner Junge im Fußballtrikot ist unermüdlich. Runter fahren, rauf laufen. Gefühlte hundertmal. Nicht jedem fällt der Aufstieg so leicht. „Wo ist eigentlich der Sessellift“, fragt ein Mann – das Bobby-Car unter den Arm geklemmt.

Verantwortlich für die sportliche Betätigung in Schlimm-City ist Johannes Michels. Er ist beim Mülheimer Sport-Service für das Projekt Jugendsportpark zuständig. Demnach ein Experte für trendige Sportarten. Michels hat die Bobby-Cars im Internet zusammengekauft: „Die sind gar nicht so billig gewesen.“ Am Samstag hat er viel zu tun – als Mechaniker. Die Bobby-Cars müssen ein bisschen mehr aushalten als sie gewohnt sind. Reifen kleben, Achsen richten. Für manche Fahrzeuge ist es zu spät. Sie enden auf dem Bobby-Car-Friedhof.

Mittlerweile gab es einen Massenstart. Zehn mutige Fahrer stürzen sich gleichzeitig die Abfahrten hinunter. Gewonnen hat mit großem Vorsprung – wie könnte es anders sein – der Junge im Fußballtrikot. Übung zahlt sich eben aus. Vielleicht der nächste Sebastian Vettel? Andere suchen noch nach der richtigen Technik, nicht jeder findet sie und es kommt unvermeidlich zu Stürzen. Zwei Sanitäter stehen bereit und kümmern sich um die Abschürfungen. Deutlich schlimmer sehen manche Schuhe aus – vom Bremsen löst sich die Sohle oder wird einfach weggeschürft.

Wer sich mal eine Pause gönnt, kann vor dem Fernsehbildschirm Platz nehmen. Anstatt auf dem Bobby-Car heizt man auf der Spielkonsole mit Super-Mario durch die Landschaft. Doch den Großteil der Besucher zieht es auf die reale Strecke. Sport im Leerstand. Auch der dritte Teil der Serie funktioniert wunderbar.

In dieser Woche geht es sportlich weiter in Schlimm-City. Am kommenden Samstag, 8. Oktober, werden die Fahrräder gesattelt. Ab 13 Uhr gibt sind Mountain-Bike-Rennen im Programm, sie gehen über verschiedene Distanzen. Räder und Schutzkleidung müssen mitgebracht werden. Die Veranstaltung findet wieder im Parkhaus des ehemaligen Kaufhofes statt.

 
 

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