Blaue Tonne ist trotz Gebühren ein Verlustgeschäft für die MEG

Die Leerung der Papiertonne ist für die Bürger in Mülheim kostenpflichtig. Foto : Andreas Köhring
Die Leerung der Papiertonne ist für die Bürger in Mülheim kostenpflichtig. Foto : Andreas Köhring
Foto: Andreas Köhring
In Mülheim ist die Leerung der blauen Altpapiertonne kostenpflichtig. Doch statt damit Geld zu verdienen, macht die MEG nach eigener Aussage Verluste. Derweil fragen sich Bürger, warum überhaupt noch Gebühren fällig werden.

Mülheim. Eigentlich sollte die blaue Tonne Geld in die MEG-Kassen spülen. Denn seit etwa anderthalb Jahren müssen Mülheimer für die Leerung ihrer Altpapiertonne im Zwei-Wochen-Rhythmus jährlich 59,90 Euro zahlen. Im Vier-Wochen-Turnus fallen 35,70 Euro Entgelt an. Die Entsorgungsbetriebe (MEG) hatten nach dem Fall der Altpapierpreise und dem daraus anfallenden Ergebnisminus von etwa einer viertel Million Euro den zuvor unentgeltlichen Abholdienst kostenpflichtig gemacht.

Blaue Tonne ist freiwillig

Aber: „Warum kostet die blaue Tonne mittlerweile immer noch Gebühren“, fragt sich WAZ-Leser Björn Meinhardt. Schließlich sei der Preis für Altpapier am Markt wieder deutlich gestiegen. „Und liegen gemäß meiner Recherchen wieder über dem anfänglichen Niveau“, so der Leser.

„Das Angebot der blauen Tonne ist freiwillig und ein zusätzliches Serviceangebot, was wir gegen ein Entgelt anbieten“, erklärt MEG-Leiter Jürgen Jeppel. Der Altpapier-Abholdienst zählt also nicht zum hoheitlichen Aufgabenspektrum, sondern stellt einen privatwirtschaftlichen Geschäftszweig dar. Den Service wieder kostenlos anzubieten wäre - wirtschaftlich gesehen - also eher kontraproduktiv.

Die meisten Bürger entsorgen selber

Auch wenn Jeppel zugibt: „Geld verdienen wir mit dieser Leistung nicht, im Gegenteil: Wir machen immer noch Verluste.“ Etwa 4500 Bürger nutzen den Abhol-Service, die meisten Mülheimer entsorgen ihr Altpapier jedoch an einem der vielen Depot-Container, die im gesamten Stadtgebiet verteilt sind.

 
 

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