Bei Mülheimer Theater und Sol-Bar sind die Fronten verhärtet

Frank-Rainer Hesselmann
„Rette mein Sol“ steht auf den kleinen Tafeln entlang des Weges zur Kulturbar an der Akazienallee in Speldorf.
„Rette mein Sol“ steht auf den kleinen Tafeln entlang des Weges zur Kulturbar an der Akazienallee in Speldorf.
Foto: Stephan Glagla / FUNKE Foto Services
Die Sol Kulturbar möchte ihr Angebot erweitern. Das Theater an der Ruhr wünscht ruhige Bühne und Küche. Kulturamt muss im Park vermitteln.

Mülheim. Die Fronten sind verhärtet: Die Sol Kulturbar möchte einen neuen Pachtvertrag, welcher ihr mehr Freiheiten für Veranstaltungen im Raffelbergpark gibt. Das Kulturamt, das auch die Interessen des Theaters an der Ruhr vertritt, kann die Vertragsgrundlagen aber nicht verändern, weil dann Theaterbetrieb und Proben gestört würden.

Stand der Dinge ist bisher: Die Pächterin der Sol-Bar hat den Pachtvertrag korrekt zum 30. September 2015 gekündigt, weil ihr eine Vertragsverlängerung um weitere fünf Jahre „aus persönlichen Gründen zu risikoreich erschien“. So steht es in einer Mitteilung des Freundeskreises der Sol Kulturbar. Der Bruder der Noch-Pächterin, Hakan Mengil, ist Sol-Geschäftsführer. Er möchte die Bar weiter betreiben und sein Kulturprogramm für alle Generationen erweitern. So habe es auch im Kündigungsschreiben seiner Schwester gestanden.

Keine schnelle Einigung

Danach hat es ein Gespräch zwischen Sol-Geschäftsführer und dem Leiter des Kulturamtes gegeben. Das bestätigt Frank Baudy. „Herr Mengil hat mit uns gesprochen. Über das laufende, aber interne Verfahren der Vertragsverhandlungen kann ich nichts sagen“, fügt Amtsleiter Baudy hinzu.

Eine schnelle Einigung, wie Geschäftsführer und Sol-Freundeskreis gehofft hatten, hat es bei diesem Gespräch nicht gegeben. Warum: Dazu sind die Darstellungen beider Vertragsseiten unterschiedlich – je nach Interessenlage.

Presse darf nicht an Informationsveranstaltung teilnehmen

Nun hatten Freundeskreis und Geschäftsführung der Sol Kulturbar für Dienstagnachmittag Oberbürgermeisterkandidaten, Kultur- und Ortspolitiker in die Bar im Raffelbergpark „zu einer Informationsveranstaltung eingeladen“, heißt es in einer gestern verschickten Pressemitteilung. Diese Zeitung, selbst vor Ort erschienen, musste aber vor der Tür bleiben. „Die Versammlung hat das gerade so beschlossen“, lautete die Absage. Wir haben mehrere der Anwesenden zum Verlauf der Informationsveranstaltung befragt. Informationen erhielten wir nicht: „Das war doch intern“, sagten sie.

Bleibt die Pressemitteilung: „Der Freundeskreis der Sol Kulturbar hat festgestellt, dass im politischen Raum über die Sol Kulturbar neben dem Theater an der Ruhr ein absolut verzerrtes Bild besteht oder von Interessierten gezeichnet wird und dass zu dem anstehenden Wechsel im Pachtverhältnis erhebliche Irritationen entstanden sind. Sprecher sagen, dass sich die Sol Kulturbar im fünften Jahr ihres Bestehens an dem Standort in Speldorf etabliert hat. Der Kulturort mit Gastronomie findet eine breite Zustimmung bei den Anwohnern.“