Bauvorhaben am Lönsweg vor dem Scheitern

Dort, wo der Lönsweg heute von Bäumen und Grünfläche dahinter gesäumt ist, gibt es Pläne für den Bau von vier freistehenden Einfamilienhäusern.
Dort, wo der Lönsweg heute von Bäumen und Grünfläche dahinter gesäumt ist, gibt es Pläne für den Bau von vier freistehenden Einfamilienhäusern.
Foto: WAZ FotoPool
Am Lönsweg in Broich will die Stadt Mülheim ein kleines Stück Landschaftsschutzgebiet für den Bau von vier Einfamilienhäusern opfern. Die Politik, die das Verfahren zunächst mehrheitlich uinterstützt hatte, formiert sich mittlerweile wie Anwohner dagegen.

Mülheim.. Ein von der Stadtplanung wohlwollend begleitetes Bauvorhaben auf einem Stück zu entwidmenden Landschaftsschutzgebietes am Lönsweg steht offenbar kurz vor dem Scheitern. Den protestierenden Anwohnern ist es wohl gelungen, eine politische Mehrheit auf ihre Seite zu ziehen.

Wie berichtet, hatte sich eine Interessengruppe von Anwohnern gegen die Planungen gebildet, eine Straßenrandbebauung auf der gegenüber liegenden Straßenseite im Broicher Süden zuzulassen. Die Stadt hatte bereits im Herbst 2013 ein Verfahren in Gang gesetzt, um ein in ihrem Besitz befindliches Grundstück (0,27 Hektar) aus dem Landschaftsschutz für Nachtigallen- und Scheuerbachtal (20,3 Hektar) zu nehmen. Der Stadtrat hatte dem Verfahrensstart seinerzeit mehrheitlich zugestimmt.

Nun aber scheint sich der Wind gedreht zu haben. Grüne und MBI waren ohnehin gegen die Baupläne, zuletzt sprachen sich nach Ortsterminen mit der Bürgerinitiative auch FDP und AfD dagegen aus, auf der momentan „untergeordneten Fläche“ im Landschaftsschutzgebiet den Bau von vier freistehenden Einfamilienhäusern oder Vergleichbarem zuzulassen.

Am Dienstag nun äußerte auch der planungspolitische Sprecher der SPD, Claus Schindler, die Skepsis seiner Fraktion. „Wir wollen zwar zunächst den weiteren Verlauf des Verfahrens abwarten“, sagte er, „die Tendenz aber ist: Sollten sich die gravierenden Einwände, die der Landschaftsbeirat formuliert hat, bestätigen, wären wir gegen eine Fortführung des Verfahrens.“ Vielleicht komme die Verwaltung nach der jüngsten Stellungnahme des Beirates ja auch selbst zu der Erkenntnis, dass eine Bebauung an dieser Stelle aus ökologischer Sicht nicht gewollt sein könne.

Begründung zur Bebauung sei nicht stichhaltig

Schindler äußerte auch Zweifel an der Stichhaltigkeit der städtischen Begründung für eine Bebauung. Hier sei nur mit großer Fantasie jene „Baulücke“ zu erkennen, die die Verwaltung zu schließen gedenke. „Das ist keine klassische Baulücke“, verweist Schindler darauf, das überwiegende Teile des Lönsweges an der betreffenden Straßenseite unbebaut seien.

Planungsamtsleiter Jürgen Liebich verteidigte jüngst noch dieses „Schließen einer Baulücke“ und den positiven Bescheid zu einer Bauvoranfrage für das Areal. Er verwies darauf, dass die Stadt lediglich eine Straßenrandbebauung auf einem Areal ohne „ökologische Hochwertigkeit“ ermöglichen wolle. Die schützenswerten Bereiche im Hinterland blieben unangetastet. „Es geht hier um eine wichtige Innenentwicklung“, so Liebich. Diese sei voranzutreiben, wenn die Stadt Wohnbauland schaffen wolle, ohne grüne Randzonen von Siedlungsgebieten zu opfern.

 
 

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